


Am 24. Mai 1819 kam VIKTORIA als Tochter EDWARDs, dem Herzog von Kent, und seiner Gemahlin VIKTORIA VON SACHSEN-COBURG-GOTHA in Kensington zur Welt. Sie sollte das 19. Jahrhundert während ihrer 64 Jahre währenden Regentschaft entscheidend prägen.
Kindheit
Kindheit:
Nach dem frühen Tode ihres Vaters, der der vierte Sohn des regierenden Königs
GEORGE III. war, wurde die junge VIKTORIA von verschiedenen Erziehern und Lehrern
auf ihre Regentschaft vorbereitet. Ihr Onkel, König LEOPOLD I. von Belgien
war ihr bis zu seinem Tod ein wichtiger Ratgeber in Politik und alltäglichen
Fragen. VIKTORIA wurde auf die Namen ALEXANDRINA VIKTORIA getauft. Ihr Taufpate
war Zar ALEXANDER I. von Russland, nach dem sie auch auf Wunsch des späteren
König GEORGE IV. benannt wurde.
Bereits im Jahre 1832 begann VIKTORIA
fast zeitgleich mit ersten Tagebuch-Eintragungen in Großbritannien politische
Reisen. Im Jahre 1835 erkrankte VIKTORIA schwer an Schüttelfrost, Fieberanfällen
und Rückenschmerzen. Noch während ihrer Rekonvaleszenz besuchte im Frühjahr
1836 ihr späterer Ehemann ALBERT VON SACHSEN-COBURG-GOTHA erstmals England.
VIKTORIA
wird Königin
Am 24. Mai 1837 wurde VIKTORIA
volljährig.
WILHELM IV. war der letzte Doppelmonarch von Hannover
und Großbritannien. Er regierte von 1765 bis 1837. In England erbte WILLIAMs
Nichte VIKTORIA die Krone, in Hannover trat ihr Onkel ERNST AUGUST, Herzog von
Cumberland, sein Königsamt an. Grund war die unterschiedliche Thronfolgeregelung.
Die
hannoverschen Monarchen hatten dem Inselstaat von 1714 bis 1837 vor allem mit
dem Reformwerk WILHELMs IV. eine Periode innenpolitischer Stabilität und
Ruhe gegeben. Vor allem die Parlaments- und Wahlrechtsordnung führten zur
Rettung der Monarchie, die bis in die Gegenwart reicht.
Es folgte auf den Tod
WILHELMS IV. am 21. Juni die öffentliche Proklamation
zur Königin. Der damalige Premierminister Lord MELBOURNE wurde zu VIKTORIAS
engstem Berater, ebenso wie ihre deutsche Erzieherin, die Baronin VON LEHZEN.
Am 28. Juni 1838 wurde VIKTORIA gekrönt.
Kurz nach dem Ende der Krönungsfestlichkeiten
wurde von den Beratern der Königin die Suche nach einem Ehemann thematisiert. Im Oktober 1839 besuchten ERNST und ALBERT VON SACHSEN-COBURG-GOTHA die junge
Königin. Sie verliebte sich in ALBERT VON SACHSEN-COBURG-GOTHA.
Die Verlobung mit ALBERT fand am 15. Oktober statt. Im Folgejahr heirateten Königin VIKTORIA und ALBERT VON SACHSEN-COBURG-GOTHA am 10. Februar. Die Ehe war selbst für königliche Verhältnisse sehr glücklich und Prinz ALBERT war bis zu seinem Tode stets der engste Berater der Königin. Etwaige Uneinigkeit bestand allenfalls hinsichtlich der Erziehung der neun Kinder und hinsichtlich des Verhältnisses der Königin zu Baronin VON LEHZEN.
Die
Regentschaft
In den folgenden Jahren (1839-1842) führte England Krieg gegen Afghanistan.
Im gleichzeitig stattfindenden türkisch-ägyptischen Krieg standen England
und Russland auf der Seite des türkischen Sultans .
Im Jahr 1840 musste
Lord MELBOURNE zunächst eine politische Niederlage erleiden. Da aber der
Führer der Konservativen, Sir ROBERT PEEL, nicht in der Lage, war eine Regierung
zu bilden, kehrte Lord MELBOURNE für zwei weitere Jahre als Premierminister
zurück. In den Jahren 1840-1842 fand der sogenannte Erste
Chinesische Krieg statt.
Am 21.11.1840 wurde die erste Tochter von
VIKTORIA und Prinz ALBERT geboren und auf den Namen ihrer Mutter getauft. Im Jahre
1842 schlugen zwei Attentatsversuche fehl. Im Folgejahr besuchte Queen VIKTORIA Frankreich und traf auf König
LOUIS PHILIPPE. Es kam zur englisch-französischen Allianz. Im selben Jahr
wurde die zweite Tochter der Königin geboren. Sie erhielt den Namen ALICE.
Im Jahre 1845 reiste das Königspaar nach Deutschland und traf auf FRIEDRICH
WILHELM IV. Im Folgejahr kam die Tochter HELENE zur Welt. Im Jahre 1848, kurz
nach der Geburt der Tochter LOUISE, floh Königin VIKTORIA mit den Kindern
vor den Chartisten-Unruhen auf
die Insel Wright. Im Herbst mietete sie in Schottland den Landsitz Balmoral. Ihr
engster Vertrauter, Lord MELBOURNE starb Ende des Jahres.
Im Jahre 1849 wurde
erneut ein Attentat auf VIKTORIA verübt. Die Königin blieb wiederum unverletzt. Bei einem fünften
Attentat im Folgejahr wurde die Königin leicht verletzt. Im Jahre 1850 kam
der Sohn ARTHUR auf die Welt. Im Jahr 1853 wurde der zweite Sohn LEOPOLD geboren.
Noch
im selben Jahr brach der Krimkrieg aus,
der von 1853-1856 währte und für die Engländer sehr verlustreich
war. Im Jahr 1855 traf VIKTORIA mit BISMARCK zusammen.
Im Jahre 1856 begegnete VIKTORIA erstmals FLORENCE NIGHTINGALE,
die sich während des Krimkrieges an der Front als Krankenschwester und später
auch als Reformerin des englischen Gesundheitswesens einen Namen gemacht hatte.
Schon
im Jahre 1857 befand sich England wieder im Krieg. Zusammen mit Frankreich wurde
der sogenannte "Zweite Opiumkrieg"
geführt. Im ersten Jahr dieses Krieges wurde VICTRORIA'S Tochter BEATRICE
geboren. Im Jahr 1858 heiratete die älteste Tochter VIKTORIA FRIEDRICH VON
PREUSSEN und brachte im Folgejahr VIKTORIAS ersten Enkel zur Welt. Dieser wird
später der deutsche Kaiser WILHELM II.
Der Tod von Prinz Albert
Das Jahr 1861 war für die Königin tragisch, als ihr Gatte ALBERT
nach schwerer Krankheit starb. Zeit ihres Lebens hat die Königin
diesen Verlust nicht verkraftet. Erst drei Jahre nach dem Tod ihres Gatten
trat Königin VIKTORIA wieder in der Öffentlichkeit auf.
ALBERT,
Prinz von Sachsen-Coburg-Gotha, begründete durch seine Heirat mit Königin
VIKTORIA das heute in der fünften Generation regierende "Haus
Sachsen-Coburg" in Großbritannien, zumeist bekannt als Haus
Windsor. Auch die gegenwärtige Königin ELISABETH II. ist eine Nachfahrin
des seinerzeit "Großeltern Europas" genannten Paares VIKTORIA
und ALBERT.
VIKTORIA verlieh 1857 ihrem Gatten den Titel "Prinzgemahl".
Jener beeinflusste VIKTORIA zunehmend in politischen Fragen. Neben der Schulreform
galt sein besonderes Interesse der industriellen Entwicklung Englands. Die soziale
Seite ihrer Regentschaft ist entscheidend auf den Einfluss von Prinz ALBERT zurückzuführen,
der sich Zeit seines Lebens bei der Königin für Sozialreformen
starkgemacht hatte.
Er war auch entscheidend beteiligt an der ersten Weltausstellung
der Geschichte 1851 in London. Diese Ausstellung hatte ALBERT gegen große
Widerstände durchgesetzt. Als Industrie- und Kunstmesse zugleich sollte die
Ausstellung ein Panorama der Welt jener Epoche werden. Etwa 14 000 Aussteller
lockten von Mai bis Oktober 1851 mehr als 6 Mio. Besucher an. Die ausgestellten
Produkte legten Zeugnis ab von den Errungenschaften der industriellen Revolution
und der menschlichen Erfindungsgabe.