LUCA
PACIOLI lebte von 1445 bis 1514 in Italien.
Als
Franziskanermönch lehrte er
an verschiedenen italienischen Universitäten
Mathematik.
Die Anstellung bei einem venezianischen Kaufmann als Hauslehrer brachte
ihn mit der Doppelten Buchführung, die in Venedig seit zwei Jahrhunderten
üblich war, in Berührung.
Im Jahre 1494 erschien sein Werk "Handbuch der Mathematik", in
dem er sich auch ausführlich mit den Prinzipien der
Doppelten
Buchführung beschäftigte. PACIOLI hat zwar die doppelte Buchführung
nicht erfunden, er hat sie jedoch systematisiert und trug wesentlich zu
ihrer Verbreitung unter den europäischen Kaufleuten bei. Er gab der
Doppelten Buchführung das
Layout
der aufgeschlagenen Doppelseite:
- links das Soll und
- rechts das Haben
Mit der
Doppelten Buchführung wurde
der
Wirtschaftsbetrieb buchhalterisch
verselbstständigt. Das Ergebnis dieses Prozesses war die kapitalistische
Unternehmung. Durch PACIOLIs Systematisierung gelang es, den gesamten quantifizierbaren
Bereich in ein abstimmbares, lückenloses und praktikables System zu
fassen. Sein System erlaubte es nicht nur, den wirtschaftlichen Stand und
die Struktur einer
Betriebswirtschaft
zu jedem Zeitpunkt darzustellen, sondern auch deren Entwicklung in der Zeit
wiederzugeben. Für die weitere Entwicklung der Betriebswirtschaft war
diese wissenschaftliche Leistung von größter Bedeutung.
LEONARDO DA VINCI, der von
PACIOLIs Buch sehr beeindruckt war, freundete sich mit ihm an und illustrierte
sein Buch "Über die göttliche Proportion" (Das Buch
vom Goldenen Schnitt).
Für
JOHANN WOLFGANG VON GOETHE
war die "
Doppelte Buchführung (der
dritte Teil seines Handbuches der angewandten Mathematik)
eine
der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes". (Wilhelm
Meister)