MANFRED war von 1258 bis 1266 König von Sizilien. Er wurde 1232 als nichtehelicher Sohn Kaiser FRIEDRICHs II. und der Markgräfin BIANCA LANCIA geboren. Er war in erster Ehe mit BEATRIX VON SAVOYEN (1223-1257) und in zweiter Ehe mit der griechischen Prinzessin HELENA VON EPIROS (um 1241/43-1271) verheiratet. Aus seinen Ehen stammen
Kindheit und Jugend
MANFRED erhielt von seinem Vater Privatunterricht und arbeitete sogar
an dessen Falkenbuch mit. Das
Vorwort stammt von ihm. Er erbte von seinem Vater Tarent (Fürst
von Tarent) und die Reichsverweserschaft (Stellvertreter seines Halbbruders,
des Römischen Königs KONRAD IV.) in Italien. Obwohl das Verhältnis
zwischen Vater und Sohn ein sehr einvernehmliches und freundschaftliches
gewesen sein soll, geht die Sage, MANFRED habe seinen Vater mit einem
Kissen erstickt.
1254 verlangte MANFREDs Bruder KONRAD IV. die Auslieferung Siziliens.
Nach dessen Tod verwaltete MANFRED als Regent das Land. Papst INNOZENZ
IV. anerkannte das Erbrecht jedoch nicht, weshalb es zu kriegerischen
Auseinandersetzungen kam. MANFRED siegte bei Foggia, eroberte Neapel und
andere Küstenstädte und 1256 Sizilien.
MANFRED und Sizilien
1258 ließ er das Gerücht streuen, KONRADs IV. Sohn KONRADIN
sei tot und ernannte sich zum König von Sizilien und Apulien (König
beider Sizilien) und am 10. August 1258 in Palermo krönen. MANFRED
wurde daraufhin vom Papst exkommuniziert. Als Ghibellinenführer brachte
er den größten Teil der Toskana unter seine Herrschaft und
zog sogar gemeinsam mit MICHAEL VON EPIROS und WILHELM VON ACHAEA gegen
den byzantinischen Kaiser von Nicäa, MICHAEL VIII. In der Schlacht
von Pelagonia (Frühjahr 1258) musste MANFRED eine Niederlage
hinnehmen. So wandte er sich wieder seinen süditalienischen Interessen
zu. Er erweiterte seine Macht auf Kosten des Kirchenstaats, stand kurz
davor, die Lombardei zu erobern, so dass URBAN IV. den Bruder des Königs
von Frankreich, Graf KARL I. VON ANJOU zu Hilfe rief. In der Entscheidungsschlacht
1266 bei Benevent (Bild 1) stand MANFRED dem französischen Grafen mit 5000
italienischen Rittern, 10000 sarazenischen Fußsoldaten und 800 deutschen
Rittern gegenüber.
KARL VON ANJOU besiegte MANFRED in Benevent am
26.2. 1266. Er wurde auf dem Schlachtfeld bei der Calore-Brüke in
Benevent ("Feld der
Rosen" am nördlichen Brückenkopf) beigesetzt. Auch
gibt es die Meinung, sein Grab befinde sich in der Schlucht des Garigliano
unterhalb von Rocca d'Evandro, wo ihn der Bischof von Cosenza, ein Stauffer-Hasser,
verscharrt haben soll.
MANFREDS Kinder als Gefangene
MANFREDS Söhne HEINRICH
und FRIEDRICH starben als Gefangene in den Kerkern KARLs VON ANJOU. KARL
herrschte in Sizilien noch bis 1282. Der als "Totengräber der
Staufer" in die Geschichte eingegangene Graf starb am 7. Januar 1285.
Drei Jahre vor seinem Tod wurde er von PETER III. VON ARAGON, einem Schwiegersohn
MANFREDs, besiegt. KARL behielt jedoch sein Königreich Neapel.
Nachwirkung MANFREDS
DANTE ALIGHIERI, Italiens
größter Dichter, setzte MANFRED in der "Göttlichen Komödie"
ein literarisches Denkmal, als der Dichter ihn im Fegefeuer trifft. DANTE
legt seinem MANFRED folgende Worte in den Mund:
"Manfred bin ich!/ Als zweimal mich durchbohrt des Feindes Schwert,/Da übergab ich weinend meine Seele/Dem Richter, der Verzeihung gern gewährt."