

Für
die Entwicklung der Kulturen im 1. Jahrtausend v. Chr. war die Kenntnis der Eisengewinnung
und -verarbeitung von entscheidender Bedeutung.
Dieser Zeitabschnitt wird deshalb Eisenzeit
genannt.
Bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. wurde im Vorderen Orient Eisen
gewonnen und eine hohe Schmiedetechnik entwickelt.
Vermutlich über den Balkan gelangte die Kenntnis der Eisenherstellung nach
Mitteleuropa. Zu Beginn der Hallstattzeit (etwa
700 v. Chr.) setzte sich dieses Material allgemein durch. Eine besonders hohe
Fertigkeit in der Eisenproduktion erlangten die Kelten.
Die
Eisenherstellung bei den Kelten
Die Kelten haben das Eisen in sogenannten Rennöfen geschmolzen. Sie haben zerkleinertes Erz unter Zugabe
von Holzkohle verflüssigt. Zuerst gewannen sie Eisenluppe, ein Gemenge aus
metallischem Eisen und Schlacke. Dieses Gemenge wurde nochmals bis zur Weißglut
erhitzt. Anschließend wurde es kräftig geschmiedet, wodurch ein großer
Teil der Schlacke praktisch ausgepresst werden konnte. Die Güte des Eisens
wurde vor allem von der Erfahrung und Geschicklichkeit des Schmiedes bestimmt.
Hauptaufgabe des Schmiedes war die Herstellung von Waffen.
Bis zu 80 cm lange Schwerter werden mit hoher Kunst gefertigt. Um besonders
scharfe und hiebfeste Schwerter herzustellen, wurden die Schwertklingen aus mehreren Blechstreifen zusammengeschweißt. Dadurch erhielten die Schwerter
auch eine hohe Biegsamkeit. Die Kanten wurden durch kräftiges Schmieden und
anschließendem Abschrecken in kaltem Wasser gehärtet. Schwertscheiden,
die oft reich verziert waren, wurden ebenfalls aus Eisenblech produziert. Wurfspeere,
Lanzen, Schwertketten all das wurde aus Eisen hergestellt.
Neben der
Waffenproduktion wurden Werkzeuge und
Geräte für den Haushalt produziert. Bisherige Funde erbrachten Äxte,
Sägen, Bohrer, Raspeln zur Holzbearbeitung, aber auch Hämmer, Zangen,
Meißel zu Tage. In der Landwirtschaft wurden Geräte
aus Eisen wie
verwendet. Im keltischen Oppidum Manching bei Ingolstadt wurden etwa 200 verschiedene
eiserne Geräte gefunden, darunter
auch Fleischmesser, Scheren, Bratspieße, Schlüssel und Möbelbeschläge.
Etwa ab dem 4. Jh. v. Chr. wurde auch Schmuck aus Eisen hergestellt. Es waren vor allem Fibeln und Gürtelzubehör.
Alle Schmuckstücke wurden geschmiedet, denn der Eisenguss war noch nicht
bekannt.
Der
Bronzeguss
Im Gegensatz zur Eisenverarbeitung wurde bei den Kelten
die Bronze gegossen. Der Guss erfolgte vorwiegend in der "verlorenen Form". Darunter ist zu verstehen:
Es wurde ein Wachsmodell hergestellt, das in sandigen Lehm eingebettet wurde.
Die so entstandene Form wurde erhitzt, um das Wachs auszuschmelzen. Der nun entstandene
Hohlraum konnte mit flüssiger Bronze gefüllt werden. Nachdem man die
Form zerschlagen hatte, konnte man das Guss-Stück aus der erkalteten Ummantelung
herauslösen. Jedes Guss-Stück war so eine Einzelanfertigung.
Neben dem Gussverfahren wurde die
Treibtechnik angewandt. Der Bronzeschmied hat durch kräftiges Hämmern
mit einem Treibschlegel aus der gegossenen Bronzeplatte dünne Bleche hergestellt.
Diese dienten vor allem der Herstellung von Bronzegefäßen, Schwertscheiden
und Beschlägen, z. B. für Möbel.
Die Schmiede zeichneten
sich auch durch eine hohe Kunstfertigkeit aus. Mithilfe eines eisernen Stichels hat der keltische Schmied feine Gravierungen
auf Bronzegegenstände gebracht. Durch Einlegen oder Auflegen von Korallen,
mitunter auch Bernstein, wurde die Wirkung der goldglänzenden Bronze noch
erhöht. In der späten Hallstattzeit sowie in der frühen La-Tène-Zeit erlangte diese Art der Verzierung ihre Blüte. Im Verlauf der La-Tène-Periode
ersetzten die Kelten die aus dem Mittelmeer importierten Korallen mehr und mehr
durch Email. Sie verwendeten ausschließlich totes Blutemail. Diese Verzierungsart,
die wahrscheinlich aus dem Osten übernommen wurde, hatte in der spätkeltischen
Kultur auf den Britischen Inseln ihre höchste Blüte.
Das
Goldschmieden
Ähnlich wie die Arbeit des Bronzehandwerkers war
die des Goldschmiedes. Wahrscheinlich bestand
zwischen den beiden Handwerkszweigen keine strenge Trennung. Ringe wurden aus
Gründen der Materialersparnis aus dünnem Goldblech getrieben. Massiverer Goldschmuck wie Hals- und Armringe
wurden im Gussverfahren hergestellt.
Die
Glasherstellung
Die Glasherstellung sei hier nur am Rande erwähnt, weil auch sie den Kunstsinn der Kelten deutlich
macht. Sie hatten darin eine eigene Kunstfertigkeit entwickelt, indem sie aus
geschmolzenem Glas endlose Ringe herstellten und verschiedene Glasperlen. In Frauengräbern
wurden Glasarmringe aus der La-Tène-Zeit gefunden.
