Geschichte
Monotheismus als Glaube an einen Gott
NOFRETETEJesus ChristusKaaba in Mekka

Kult des Sonnengottes Aton
Auf der Suche nach dem Ursprung monotheistischer Religionen wird man im alten Ägypten fündig. Der "Ketzerpharao" des Neuen Reichs, ECHNATON (ACHENATON oder AMENOPHIS IV.) war Pharao der 18. Dynastie und regierte zwischen 1364 und 1347 v. Chr.). Er ließ die Tempel aller Götter im Land schließen und huldigte nur dem Sonnengot Aton. Zu diesem Zweck ließ er die Sonnenstadt Achet-Aton ("Lichtort des Aton"), das heutige Tell-el-Amarna, errichten. Das Gebiet war deshalb wie geschaffen für die Verehrung Atons, weil sich dort zwei Hügel befinden, zwischen denen die Sonne aufgeht. Diese Hügel (mit der aufgehenden Sonne) haben Ähnlichkeit mit der Hieroglyphe "Achet".
Mit der Umbenennung des AMENOPHIS IV. ("Gott Amun ist zufrieden") zu ECHNATON ("Wirkender Geist des Aton" ) machte sich der Pharao zum Hohepriester des Aton. Seine Frau NOFRETETE ("Die Schöne ist gekommen") nahm als erste Frau kultische Handlungen zur Preisung Atons vor.
Der Aton-Kult ECHNATONS wurde von den nachfolgenden Pharaonen wieder zurückgenommen, ja, sein Name wurde aus den Hieroglyphenbildern und sogar aus seiner Mumie getilgt.

MOSES und Jahwe
Erst mit MOSES tauchte hundert Jahre nach dem Tod ECHNATONS wieder ein Prophet auf, der eine monotheistische Lehre predigte.

Die Ausbildung des israelitischen Monotheismus ist ein komplizierter, ca. 1000 Jahre dauernder Vorgang. Er begann vor der Besiedlung Kanaans und kam erst kurz vor dem Untergang Judas (587 v. Chr.) zum Abschluss. Die erste Phase stand im Zeichen der Absorption anderer Götter durch den Gott Jahwe. Anschließend erfolgte in Israel die Durchsetzung Jahwes zum einzigartigen Universalgott. Der christliche und der islamische Monotheismus wurzeln in dem Israels.

Israels Vorfahren verehrten ortsungebundene Götter von Sippen- und Stammesführern (Gott Abrahams, Gott Isaaks usw.). Sie wurden z. T. als unsichtbar verstanden oder als Teraphim, leicht transportable Familiengötterfiguren, mitgeführt.
Von den Kanaanäern übernahmen die Lea-Stämme Ernte- und Jahreszeitenfeste sowie Kult und Heiligtümer des Götterkönigs El. Dabei verschmolzen die alten Familiengötter zunächst mit El zu einem einzigen Gott. Die spätere Durchsetzung des unsichtbaren Jahwe als Gott des Gesamtvolkes Israel führte zur Gleichsetzung Jahwes und Els. Aus El wurde schließlich eine andere Bezeichnung Jahwes. Die ursprünglich kanaanäischen Feste erhielten im Zusammenhang mit Jahwes Anerkennung als Gott des Volkes Israels völlig neue Bedeutungen. Sie wurden zu Erinnerungsritualen für die Zeit vor der Landnahme.


Ursprung und gewandelte Bedeutung von Festen in Israels Religion

Fest Ursprung neue Bedeutung im Jahwe-Glauben
Passah (Pessach) Nomadischer Ritus beim Frühlingsweidewechsel: Bestreichen der Zeltpfosten mit Blut zum Schutz der Erstgeburten vor dem Wüstendämon Pazuzu ("Würger") Fest der Verschonung der israelitischen Erstgeburten vor dem Auszug aus Ägypten bei der letzten der sieben "biblischen Plagen" Jahwes für Ägypten)
Massot (Fest der ungesäuerten Brote) Kanaans Frühjahrserntedankfest zum Beginn der Getreideernte (Gerste) Fest der Erinnerung an den Auszug aus Ägypten (weil beim überstürzten Aufbruch Zeit zum Säuern des mitgenommenen Brotteigs fehlte)
Shavuot (Wochenfest) Kanaans Sommererntedankfest zum Abschluss der Getreideernte Fest der Erinnerung an den Erhalt des Gesetzes (Gebote) Jahwes während der Wüstenwanderung
Sukkoth (Laubhüttenfest) Kanaans Herbstfest der Oliven-, Feigen- und Weinlese bei der auf den Feldern Hütten errichtet wurden Fest der Erinnerung an den Auszug aus Ägypten (weil Israel dabei leicht bau- und aufgebbare Laubhütten bewohnte)


Propheten (Als Prophet bezeichnet man eine religiöse Autorität, z.B. einen Menschen, dem Glauben geschenkt wird, der göttliche Botschaften vor anderen Menschen verkündet. Jesus gilt u.a. im Islam als anerkannter Prophet.) und Jerusalemer Jahwe-Priester bekämpften die von Israels und Judas Königen lange tolerierte Verehrung "fremder" Götter und die uralten ländlichen Jahwe-Höhenheiligtümer. Dort verehrten die Bauern Gott repräsentierende Kultsteine (Mazzeben) und -pfähle (Ascheren). Jahwes Verehrung in der Mazzebe widersprach der Lehre von seiner Unsichtbarkeit und der Forderung nach Bildlosigkeit. Ascheren waren noch anstößiger. Aschera galt als Göttin an Jahwes Seite. Ende des 7. Jahrhunderts verbot König JOSIA die Höhenheiligtümer. Im Buch Deuteronomium (griech.: zweites Gesetz. Das Deuteronomium ist das 5. Buch Mose der Bibel.) erhielt der Jahwe-Glauben unter JOSIA klare verbindliche Vorschriften und Gebote.
Die Durchsetzung der ausschließlichen Verehrung Jahwes war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Monotheismus. Die weitere Konsequenz der Verneinung der Existenz jeglicher "fremden" Götter markierte den Übergang zum reinen Monotheismus. Jahwe galt Israel als einziger allmächtiger Gott, der vom Berg Zion Welt und Völker lenkte. Judas Untergang verstanden Propheten als Strafe Jahwes an seinem ungehorsamen Volk.

Nach biblischer Überlieferung gilt MOSES als Begründer der ersten monotheistischen Religion. In der ägyptischen Sklaverei, berichtet die Bibel, war Gott MOSES im brennenden Dornbusch erschienen und hatte ihn beauftragt, sein Volk Israel aus Ägypten herauszuführen. MOSES war der Verkünder der "Zehn Gebote" (Dekalog). Das erste der Gebote lautet deshalb auch:

"Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" (A.T., Exodus, Kapitel 20, Vers 3).

Dieser Vers ist die erste schriftliche Manifestation des Monotheismus. Und Moses wird somit zum Stifter von

Das Christentum und Jesus Christus
Im Christentum wird Jesus Christus (Jesus von Nazaret) (Bild 1) von Gott zu den Menschen gesandt. Er ist der Sohn Gottes und zugleich die menschliche Verkörperung Gottes. Darauf verweist Johannes 5,23:

"Alle sollen den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat."

JESUS ist der Verkünder der Botschaft Gottes. Insofern ist er Prophet. Er stirbt am Kreuz. In ihm hat Gott selbst alle Höhen und Tiefen des Menschseins durchlebt. Seine Auferstehung am Ostersonntag ist das Heraustreten aus dem Dunklen in das Licht des Glaubens. JESUS ist von nun an nicht einfach ein Prophet neben andern, sondern der "Christus" (Messias), der Verkünder und Bringer eines Heils. Die Jünger Jesu sind die Apostel (Gesandte) des Auferstandenen. Die Anhänger JESU sind die Christen, diejenigen, die an dieses Heil glauben.
Der Gott des Christentums ist ein dreifaltiger Gott. Er ist

Diese Dreifaltigkeit nennt man Trinität. Und deshalb ist das Christentum eine monotheistische Religion. Im Neuen Testament verweisen viele Bibelstellen auf diesen einzigen Gott, z.B.:

  • Matthäus 4,10: Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.
  • Matthäus 22,37: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.

MOHAMMED und der Islam
Die Lehre des Islam fordert von ihren Gläubigen, dass sie Allah gehorsam sind und nur an ihn und seinen Propheten MOHAMMED glauben. MOHAMMED (um 570-632) ist der Begründer des Islam, dem es durch seine besonderen Lebensumstände gelang, die Religion zu verbreiten.
Der Islam ist - ebenso wie Christentum und Judentum - eine monotheistische Lehre, wobei es Berührungspunkte zu beiden Religionen gibt. Aus diesem Grunde wurden Juden und Christen nicht als auszulöschende Feinde angesehen, sondern toleriert. Allerdings grenzte MOHAMMED den Islam auch nach außen hin von Christentum und Judentum ab: Die Gebetsrichtung der Muslime änderte er von Jerusalem in Mekka, statt eines Fastentages führte er einen Fastenmonat ein, der traditionelle Wochenfeiertag wurde der Freitag.
Noch zu Lebzeiten ließ MOHAMMED die Glaubenslehre im Koran aufzeichnen.

Die "fünf Pfeiler" des Islam sind:

  1. der Glaube an Allah,
  2. das täglich fünfmalige Gebet,
  3. die kultische Reinheit des Fastens während des Fastenmonats,
  4. die Pflicht zur Wallfahrt (Hadsch, arab.: Hadjdj) nach Mekka,
  5. die freiwillige Almosensteuer (Zakat).

Unabhängig davon stellt der Islam ein Lehrgebäude dar, das auf folgenden Grundpfeilern ruht:

  1. Allah ist der einzige Gott und MOHAMMED sein Prophet.
  2. Das Leben ist vorherbestimmt.
  3. Der persönliche Einsatz für die Verbreitung des Islam ist Pflicht.
  4. Das Ende der Welt naht.
  5. Die Wiederauferstehung ist dem Gläubigen sicher.
  6. Alle Menschen sind vor Allah gleich.

Daneben gibt es Verhaltensregeln, die zu Barmherzigkeit, Wohltätigkeit, Ehrlichkeit, Achtung vor den Eltern sowie alten und schwachen Menschen, Aufrichtigkeit usw. verpflichten.

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