

In der Schlacht bei Naseby am 14.06.1645 erkämpfte CROMWELL einen Sieg über die königliche
Armee.
Mit der Flucht des Königs am 11.11.1647 aus der Gefangenschaft der
Parlamentarier und seiner Allianz mit den Schotten brach CROMWELL die Verhandlungen
mit KARL I. ab. Der Bürgerkrieg
entflammte von Neuem. Im August 1648 besiegte CROMWELL die in England einfallenden
Schotten in der Schlacht bei Preston und nahm den König erneut gefangen. Mit diesem Sieg endete der Bürgerkrieg
zwischen dem puritanischen Parlament und den Royalisten zugunsten der sittenstrengen
Puritaner. Diese gewannen die politische und religiöse Vormachtstellung
in England, und OLIVER CROMWELL entfernte alle royalistischen Mitglieder
am 06. und 07.12.1648 mit Waffengewalt aus dem Parlament. 1649 schaffte das neue puritanische
Rumpfparlament die Monarchie ab. Da sich KARL I. weigerte, einer konstitutionellen
Monarchie zuzustimmen, wurde er im Januar 1649 durch einen vom Rumpfparlament
gebildeten Gerichtshof wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und am 30.01.1649
hingerichtet.
Errichtung des Commonwealth
Das englische Königreich wurde in "Commonwealth
of England" umgenannt. Dabei handelte es sich um einen republikanischen
Staat, den CROMWELL als Vorsitzender des Staatsrates diktatorisch leitete.
CROMWELLS erstes Ziel lag in der Unterwerfung von Schottland und Irland.
Den irischen Aufstand von 1648 ließ er im Massaker
von Drogheda blutig niederschlagen. In der Zwischenzeit hatten die Schotten KARL II. zum Nachfolger
seines Vaters proklamiert. 1650 besiegte CROMWELL die Schotten bei Dunbar
und verfolgte KARL II., der in England eingefallen war. In der Schlacht
bei Worcester am 03.09.1651 vernichtete CROMWELL das royalistische
Heer. Irland und Schottland wurden vom Commonwealth annektiert.
Ablösung
des Commonwealth durch das Protektorat
Um die politischen und religiösen Konflikte mit dem Parlament zu beenden,
löste CROMWELL 1653 das Rumpfparlament auf und berief das "Barebones
Parlament", das jedoch nur vom 04.07 bis 12.12.1653 bestand.
Am 16.12.1653 gab CROMWELL England mit dem "Instrument
of Government" die erste geschriebene Verfassung, und das Commonwealth
wurde durch das Protektorat ersetzt. CROMWELL übernahm mit der Position des Lordprotektors eine quasimonarchische Stellung an der Spitze dieses Einkammerparlaments
und herrschte teilweise mit diktatorischen Mitteln. Um seine politischen
Ziele durchzusetzen, ließ er das Parlament mehrfach auflösen.
Im Jahr 1657 lehnte CROMWELL den ihm angebotenen Königstitel ab, beanspruchte
jedoch das Recht, seinen Nachfolger zu bestimmen.
Englands Weg zur Handelsmacht
OLIVER CROMWELL bereitete mit seiner Außenpolitik den Weg Englands
zur Großmacht vor. Die vorteilhafte geografische Lage, die beste
Entfaltungsmöglichkeiten für die Seeschifffahrt bot, gewährleistete die englische Erweiterung als Handelsmacht.
Durch den Ausbau der englischen Seemacht ab 1649 war England zum Antritt
gegen die niederländische Handelsrivalität und die See- und
Kolonialmacht Spanien gerüstet.
Am 09.10.1651 erließ das englische Parlament zum Schutz der englischen
Seefahrt die Navigationsakte. Sie legte
fest, das europäische Güter nur auf englischen oder Schiffen
den Erzeugerlandes, überseeische Waren ausschließlich auf englischen
Schiffen eingeführt werden durften. Daraufhin kam es zum englisch-niederländischer
Seekrieg von 1652-1654, der mit einem Sieg Englands endete. Im Vertrag von Westminster 1654 mussten
die Niederlande die Vormachtstellung Englands anerkennen.
CROMWELL wandte sich nun gegen die See- und
Koloniemacht Spaniens. 1655 besetzte er die spanische Kolonie Jamaika.
Mit der Eroberung des spanisch-niederländischen Dünkirchen im
Jahr 1658 kam England wieder in den Besitz eines Stützpunktes auf
dem europäischen Kontinent.