


Im Zeitraum zwischen 490 und 480/479 v. Chr. sandten die persischen Großkönige, zunächst DAREIOS I. und nach seinem Tod sein Sohn XERXES, mehrere gewaltige Heere und mächtige Flotten zur Unterwerfung der Griechen. Die Perserkriege erreichten in diesem Zeitraum ihren Höhepunkt.
Der
Kampf der Griechen
Den in einem Kampfbund vereinigten Griechen gelang es mehrfach, die eingefallenen,
z. T. zahlenmäßig überlegenen persischen Truppen aufzuhalten.
In fünf großen Schlachten, drei zu Lande und zwei zu Wasser, besiegten die Griechen schließlich
die Perser und zwangen sie zum Rückzug.
Die Schlacht bei Marathon (490 v.
Chr.)
Zur Schlacht bei Marathon setzte DAREIOS I. 490 v. Chr. eine persische Flotte mit mehr als 20 000
Reitern und Fußtruppen über die Ägäis in Marsch.
Nachdem Eretria gefallen war, wandte sich das persische Heer Athen zu.
Im September 490 v. Chr. landeten die Perser in einer weiten versumpften Ebene nahe Marathon. Dort standen ihnen nur 9 000 Athener und 1 000 Kämpfer
aus dem verbündeten Platää gegenüber. Athen hatte
sich zwar an Sparta mit der Bitte um Beistand gewandt, da aber Vollmond
herrschte, in Sparta eine geheiligte Zeit, kam niemand zu Hilfe.
Die Perser mit ihrer Übermacht glaubten, das Lager der Athener am Rande der Ebene mit einem Pfeilhagel
niederhalten zu können, um es dann mit der Reiterei völlig zu
vernichten. Aber es kam anders:
Die Athener stürmten wider Erwarten im Eilschritt voran, griffen
das Zentrum des persischen Heeres an und isolierten es von seinen Flanken.
Die Perser flüchteten daraufhin auf die Schiffe. Etwa 6 400
von ihnen verloren dabei im Sumpf ihr Leben oder wurden im Meer getötet.
Nur knapp 200 Athener bezahlten ihren Mut mit dem Leben. Ihr Grabhügel
ist noch heute zu sehen.
Nach dem triumphalen Sieg der Athener brachen die Perser den Feldzug
ab. Athen hatte zehn Jahre Zeit zum Aufbau seiner Verteidigung gewonnen. Als die
Perser im Jahre 480 v. Chr. erneut zuschlugen, trafen sie auf ein starkes Athen.
Die Schlacht an den Thermopylen
(480 v. Chr.)
Zur Schlacht an den
Thermopylen hatte Xerxes, der
Sohn des DAREIOS, mit etwa 200 000 Kriegern und mehr als 600 Schiffen
das bis dahin größte Heer in der
Geschichte aufgeboten. Das Heer setzt sich vom kleinasiatischen
Sardes aus entlang der Ägäisküste in Bewegung. Allein zum Überschreiten des Hellespont (Dardanellen)
zwischen Europa und Asien mussten zwei gewaltige Schiffsbrücken gebaut
werden.
In Griechenland stand den Persern nur die kleine
Streitmacht einiger von Sparta und Athen geführter Staaten
gegenüber. Die Mehrzahl der anderen Staaten hatte sich den Persern
unterworfen. Im August des Jahres 480 v. Chr. kam es zu ersten militärischen
Auseinandersetzungen zwischen den vorrückenden Persern und den Griechen.
Am Thermopylenpass, einem Gebirgseinschnitt,
dem nahe liegende heiße Quellen seinen Namen gegeben haben, versuchten
etwa 6 000 Griechen, dem persischen Heer den Zugang nach Griechenland
zu verwehren. Die vom Spartanerkönig LEONIDAS geführten Griechen widerstanden
der Übermacht aber nur drei Tage. Dann unterlagen die 600 den engen
Pass haltenden Verteidiger der Übermacht. Nun konnten die siegreichen
Perser ihren Vormarsch nach Süden fortsetzen. Sie rückten
in Griechenland ein, eroberten Athen, steckten die Stadt in Brand und
plünderten die Akropolis.
Da die Perser an Land unbesiegbar schienen, plante der athenische Feldherr
und Staatsmann THEMISTOKLES,
die Feinde in eine Seeschlacht
bei Salamis zu verwickeln.
Die
Seeschlacht bei Salamis (480 v. Chr.)
THEMISTOKLES hatte den Ausbau
des Hafens von Athen, Piräus, zum Kriegshafen betrieben. Vor dem Einfall
der Perser hatte er darüber hinaus den Bau einer
Kriegsflotte durchgesetzt. Athen verfügte damit über eine starke
Flotte aus mehr als 200 Trieren.
Um die mit über 600 Schiffen weit überlegene
persische Flotte zu schlagen, bediente sich THEMISTOKLES einer List:
Er lockte die Perser in die Meerenge zwischen
dem griechischen Festland und der Insel Salamis (Bild 1). Dort blockierten sich die Schiffe
der Perser gegenseitig und konnten nicht ihre Kampfkraft entfalten. Die zahlenmäßig
unterlegenen, aber wendigen Kriegsschiffe der Griechen versenkten ein Schiff der
Perser nach dem anderen.
Ein Augenzeuge, der berühmte Dichter AISCHYLOS, berichtet:
"Ich sah das ägäische Meer über und über mit Leichen bedeckt; man schlug auf Menschen wie auf Thunfische ein, mit zerbrochenen Rudern und mit Stücken vom Schiffsholz."
Nach der Niederlage in der Seeschlacht bei Salamis zogen sich Heer und Flotte von XERXES, der das Massaker von einem an der Küste extra errichteten Thron aus ansehen musste, im Herbst 480 v. Chr. nach Kleinasien zurück.
Die
Schlachten bei Platää und Mykale (479 v. Chr.)
Im Frühjahr 479 v. Chr. rückten die Perser erneut gegen Athen
vor und verwüsten die zerstörte Stadt weiter. Wenig später
errangen die Griechen aber unter Führung eines Spartaners den entscheidenden
Sieg. Bei Platää vernichtete das bis zu diesem Zeitpunkt größte griechische
Heer die persischen Eindringlinge. Die Kriegsbeute, die nach dem Sieg
verteilt wurde, war der größte Schatz, den die Griechen je
gesehen hatten.
Im Herbst des gleichen Jahres
war das zur führenden Seemacht aufgestiegene Athen noch einmal auf dem Meer
erfolgreich. Die Reste der beim Mykale-Gebirge vor der kleinasiatischen Küste liegenden persischen Flotte wurden vernichtend
geschlagen.
Die
Bedeutung der Schlachten
Nach ihren Niederlagen gaben die Perser ihre Eroberungspläne endgültig
auf. Die verbündeten griechischen Polei hatten ihre Unabhängigkeit
verteidigt. Athen war nach der Niederlage der Perser zur
stärksten Macht neben Sparta geworden. Ein Jahr nach dem Sieg bei Platää gelang es darüber
hinaus, die griechischen Städte und Inseln an der Küste Kleinasiens,
u. a. Samos, Ephesus und Milet, zu befreien, die mit dem Ionischen
Aufstand den Anstoß zu den Perserkriegen gegeben hatten.
