"Quellen" der Entwicklung zur Weltmacht
"Quellen"
der Entwicklung zur Weltmacht
Die wichtigsten Quellen Großbritanniens
zur Entwicklung einer Weltmacht waren
- der Aufbau und die
Entwicklung eines einheitlichen nach modernen Grundsätzen geordneten Staatswesens,
- die sich rasch entwickelnde Industrie und
- sein Überseehandel.
Ein
wesentlicher Schritt Englands zur Weltmacht war 1649 die Ausrufung Englands zum
Commonwealth of England
(Name der englischen Republik, die bis 1660 Bestand hatte).
Durch die
Navigationsakte (1651 beschlossenes Gesetz zur Förderung und Begünstigung der nationalen
Schifffahrt) sicherte Großbritannien seinen Kaufleuten und Reedern den Handel
mit den jetzt anwachsenden Kolonien.
Mehrere siegreiche Kämpfe zur See
gegen die holländische und spanische Kolonialmacht beschleunigten Großbritanniens
Aufstieg zur führenden
Seemacht.
In Ausnutzung europäischer Konflikte annektierten die Briten in mehreren
Kolonialkriegen französische
und spanische Kolonien in Amerika. Ferner gelang es weitblickenden Politikern
und Finanzleuten Großbritanniens über die britische
Ostindien
Kompanie (britische Handelsgesellschaft) 1757 Bengalen zu erobern und seine
Machtposition in Indien zu festigen. Indien wurde zur wichtigsten Kolonie auf
dem Weg zur Weltmacht.
Bereits 1815 nahm England auf der Grundlage seiner
fortgeschrittenen Industrie und Produktionsweise, seines Welthandels und des Kolonialbesitzes
die Stellung einer Weltmacht ein. Die
britische
Außenpolitik erstrebte in Europa ein Gleichgewicht der Nationen (
Balance
of power) an, um die Vorherrschaft eines Staates auf dem Kontinent zu verhindern.
Unter der Rückendeckung des europäischen Gleichgewichts konnte Großbritannien
seinen kolonialen Machtbereich ausdehnen. Es vereinnahmte
- 1819 Singapore,
- 1839 Aden.
- Im
Opiumkrieg eroberte es Hongkong und
- zwang
China zur gewaltsamen Öffnung für
den britischen Handel.
- Zur Absicherung seiner Weltherrschaft errang Großbritannien
wichtige Stützpunkte an fast allen Meerengen wie z. B die in Besitznahme
Gibraltars,
- der Falklandinseln
und
- im Mittelmeer der Inseln Malta
und
- Zypern.
- Die Kontrolle des Suezkanals
erreichte Großbritannien durch die Erringung der Aktienmehrheit über
diesen wichtigen Seeweg und brachte damit zugleich
- Ägypten
in seine Abhängigkeit.
Die Stützpunkte dienten der englischen
Flotte als Operationsbasis zur Überwachung der Seewege im Interesse Großbritanniens,
die sie auf Grund seiner Übermacht zur See jeder Zeit sperren konnte.
Großbritanniens Außenpolitik war seit 1815 auf einer Friedenswahrung
nach außen orientiert sowie auf die indirekte Einflussnahme durch
wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen in Amerika, Asien und im Nahen
Osten. Auch in Afrika war Großbritannien bestrebt, sich eine Vormachtstellung
als Welthandelsmacht durch die gewaltsame Inbesitznahme
von Kolonien zu sichern.