
RUDOLF I. von Habsburg wurde am 1.5.1218 auf Schloss Limburg im Breisgau geboren. Er war das Patenkind FRIEDRICHs II. 1237, als sein Vater in Palästina gestorben war, wurde er Graf von Habsburg. 1241 begleitete RUDOLF seinen Patenonkel nach Italien und wurde dort zum Ritter geschlagen. Seine Wahl zum Deutschen König am 1. Oktober 1273 in Frankfurt am Main beendete das sogenannte Interregnum. RUDOLF war mit GERTRUD VON HOHENBERG verheiratet.
Das
Ende des Interregnums
Als im Jahre 1272 RICHARD VON CORNWALL starb,
hatte das Reich zwar nominell in ALFONS VON KASTILIEN noch einen König, der
zunächst auch keineswegs bereit war, zu verzichten; dennoch drängte
Papst GREGOR X. die Kurfürsten zur Neuwahl, da er sich mit dem Gedanken eines
allgemeinen Kreuzzuges trug, der nur
Erfolg versprach, wenn ein einhellig gewählter römisch-deutscher König
die Führung übernahm.
Am 1. Oktober 1273 traten die Kurfürsten in Frankfurt am Main zur
Wahlhandlung zusammen. Die Wahl fiel auf den Grafen RUDOLF VON HABSBURG,
obwohl auch andere mächtige Kandidaten - unter ihnen der König
von Frankreich und König OTTOKAR II. PREMYSL VON BÖHMEN -
ihr Interesse angemeldet hatten. RUDOLF wurde vom Kölner Erzbischof ENGELBERT
II. am 24. Oktober 1273 im Aachener Münster gekrönt und gesalbt.
Am 26. September 1274 anerkannte GREGOR X. die Krönung. Wenn auch
die spätere böhmische Propaganda RUDOLF als "armen Grafen"
verspotten sollte, so sah die Wirklichkeit doch etwas anders aus. Obwohl
nicht dem Reichsfürstenstand angehörend,
galt RUDOLF, der über umfangreichen Besitz und ausgedehnte Herrschaftsrechte
verfügte, als der
bedeutendste Territorialherr im Südwesten des Reiches.
Wahrscheinlich schon vor seiner Wahl hatte sich der neue König den
Kurfürsten gegenüber durch Eid verpflichtet, die im Laufe des
Interregnums entfremdeten Güter dem Reich zurückzuerstatten
und dessen Herrschaftsrechte wiederherzustellen. Bereits auf seinen ersten
Hoftagen nahm sich RUDOLF dieser Aufgabe an, die bald zu einer gefährlichen
Konfrontation mit dem mächtigen Böhmenkönig OTTOKAR führte,
da dieser sich nach dem Tod Kaiser FRIEDRICHs II. ohne ausreichende Legitimation
in den Besitz der Herzogtümer Österreich und Steiermark gebracht
hatte. Die Auseinandersetzung endete mit der Ächtung OTTOKARs (24.
Juni 1275) und dessen Tod, nachdem König RUDOLF das böhmische
Heer und seine Verbündeten in der Schlacht
auf dem Marchfeld bei Dürnkrut vernichtend geschlagen hatte (26.
August 1278 ). Damit war der Weg für RUDOLF frei, die Herzogtümer
Österreich und Steiermark zunächst unter Reichsverwaltung zu stellen, um sie dann im Jahre 1282 mit Zustimmung der Kurfürsten
als erbliche Reichslehen an seine Söhne
zu vergeben.
Aufstieg der Habsburger
Zunächst
verband er jedoch mit der Vermählung seiner Tochter GUTA mit dem jungen WENZEL
II., den Sohn und Nachfolger OTTOKARs , und seines Sohnes RUDOLF DES JÜNGEREN
mit AGNES, der Schwester WENZELs, die Häuser Habsburg und Premysl miteinander.
Seinen Erstgeborenen ALBRECHT I. ernannte er daraufhin zum
Reichsverweser in Österreich und Steiermark. RUDOLF DER JÜNGERE und
ALBRECHT erhielten somit die süddeutschen Herzogtümer. Somit
stieg das Haus Habsburg vom Grafen- in den Herzogsstand auf.
Wenn auch RUDOLF weder die Kaiserkrönung in Rom noch die unmittelbare
Thronfolge eines seiner Söhne erreicht hat, so hat er doch mit dem Erwerb Österreichs und der Steiermark die Grundlage für
den Aufstieg des Hauses Habsburg gelegt, das Ende des 14. Jahrhunderts
über den größten Länderkomplex im Reich verfügte.
Da es den Habsburgern trotz dieser Erfolge nicht gelungen war, in den
Kreis der Kurfürsten aufzusteigen, versuchte der ehrgeizige Herzog
RUDOLF IV. (1358-65), durch eine Privilegienfälschung (das "privilegium
maius") seinem Haus besondere Vorrechte und den Titel
eines Erzherzogs zu verschaffen; dies wurde erst im 15. Jahrhundert
vom Reich anerkannt. Nachdem Ende des 14. Jahrhunderts Teilungen und die
Auseinandersetzungen mit den Eidgenossen zu einer gewissen Schwächung
geführt hatten, gelang es Herzog FRIEDRICH V., als FRIEDRICH III.
römisch-deutscher Kaiser, alle Länder wieder in seiner Hand
zu vereinigen. Sein Sohn und Nachfolger MAXIMILIAN I. brachte außerdem
noch das burgundische Erbe in die habsburgischen Territorien ein.