Geschichte findet in der Zeit statt. Geschichtsforschung und Geschichtsschreibung
erfordern einen linearen, messbaren, objektiven Zeitbegriff. Unsere Zeitrechnung
hat die Einheiten der Natur übernommen. Um ein konkretes Datum festzulegen,
bedarf es eines Bezugspunktes. In unserer Zeitrechnung dient hierzu die Geburt
Christi, welche mit dem Jahr 1 gleichgesetzt
wird. Der Zusatz bei Jahreszahlen "n. Chr." bedeutet demnach nach
der Geburt Christi und der Zusatz "v. Chr." bedeutet vor Christi
Geburt.
Die Zeitangabe "13. Jahrhundert n. Chr." umfasst
die Jahre 1201 bis 1300 n. Chr. Die Zeitangabe "8. Jahrhundert
v. Chr." bedeutet 800 bis 701 v. Chr. Die Gründung Roms 753 v. Chr.
erfolgte demnach im 8. Jahrhundert v. Chr. Der Beginn der Reformation LUTHERs
in Wittenberg 1517 n. Chr. heißt, sie begann im 16. Jahrhundert
n. Chr.
Es ist auffällig, dass die gemeinhin als Zeitenwende bezeichnete
Geburt von JESUS auf das Jahr 1 gelegt wird und zur Kennzeichnung des Umbruchs
von der Zeit vor und nach Christi keine Null
auftaucht. Die Erklärung dafür liegt darin, dass die mittelalterlichen
Mönche, die Kalender schufen, wie ihre Zeitgenossen die Null nicht kannten.
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