Aus Sicht der Architektur ist das 20. Jh. das Zeitalter der "Modernen
Architektur". Nach einer zu Beginn des Jahrhunderts als "Väter
der Moderne" bezeichneten, vom Frührationalismus und Funktionalismus
geprägten Phase, sprach man nach dem Ersten Weltkrieg vom
" Neuen Bauen" oder der "Moderne".
Der Begriff fasst die zu dieser Zeit in Deutschland entstandenen avantgardistischen
Architekturströmungen zusammen, die sich gegen den Historismus richteten.
Die Vertreter dieser heute als "klassische
Moderne" bezeichneten Richtung gingen in ihren neuen Gestaltungsgrundsätzen
von Verstand und Logik und der reinen Funktionalität der Bauwerke
aus. Die "Moderne" betrifft vor allem den "Funktionalismus",
den "Rationalismus" und seit 1926 die Theorie vom "organischen
Bauen". Der Begriff "International Style" kennzeichnet
die Allgemeingültigkeit dieser Architekturauffassung: Verzicht auf
repräsentative Details, Verwendung von industriell gefertigten Baustoffen,
asymmetrische Gruppierung, kubistische Elemente, weißer Verputz,
Lichtfülle.
Architekturströmungen der Phase
der Klassischen Moderne (ca. 1920-1968) waren:
Bauhaus
WALTER GROPIUS führte
1919 als Direktor mit einem internationalen Lehrerkollegium die Kunstgewerbeschule
Weimar als "Bauhaus"
mit neuem Programm weiter. Als 1924 das Bauhaus nach Dessau übersiedeln
musste, wirkte er zusammen mit ADOLF
MEYER in dieser Funktion für die Internationalisierung des Architekturgeschehens.
Grundlage der Lehre am Bauhaus war die Vereinigung von Kunst, Industrie
und Handwerk mit dem Ziel eines Gesamtkunstwerkes. Das von GROPIUS und
MEYER entworfene Bauhausgebäude in Dessau
(1925-1926, Bild 1) gilt bis heute als architektonisches Manifest
der Bauhaus-Idee. GROPIUS orientierte auf die
wobei der Einsatz geometrischer Gliederungselemente vorherrscht (Siedlung Törten, 1926-1928, Dessau).
Zu den Bauhaus-Architekten
gehörte neben