Kunst
Architekturstile des 20. Jahrhunderts: Funktionalismus
Deutscher Pavillon, Weltausstellung Barcelon, Mies van der RoheFagus-Werk in Alfeld, von Walter Gropius
Aus Sicht der Architektur ist das 20. Jh. das Zeitalter der "modernen Architektur". Nach einer zu Beginn des Jahrhunderts als "Väter der Moderne" bezeichneten, vom Frührationalismus und Funktionalismus geprägten Phase, sprach man nach dem Ersten Weltkrieg vom "neuen Bauen" oder der "Moderne". Der Begriff fasst die zu dieser Zeit in Deutschland entstandenen avantgardistischen Architekturströmungen zusammen, die sich gegen den Historismus richteten.
Die Vertreter dieser heute als "klassische Moderne" bezeichneten Richtung gingen in ihren neuen Gestaltungsgrundsätzen von Verstand und Logik und der reinen Funktionalität der Bauwerke aus. Die "Moderne" betrifft vor allem den "Funktionalismus", den "Rationalismus" und seit 1926 die Theorie vom "organischen Bauen". Der Begriff "International Style" kennzeichnet die Allgemeingültigkeit dieser Architekturauffassung: Verzicht auf repräsentative Details, Verwendung von industriell gefertigten Baustoffen, asymmetrische Gruppierung, kubistische Elemente, weißer Verputz, Lichtfülle.
Architekturströmungen der Phase der klassischen Moderne (ca. 1920-1968) waren:

Funktionalismus
Ein vielzitierter Satz, den der amerikanische Architekt LOUIS  HENRY SULLIVAN 1896 äußerte, gab der Tendenz des Funktionalismus ihren Namen: "Form follows function" (Die Form folgt der Funktion) wird zum Leitmotiv für die Architektur der Moderne, besonders für den International Style und den Konstruktivismus. Zu den Architekten des Funktionalismus gehörten neben:

Zunächst ist das Entwurfskonzept des Funktionalismus ziemlich radikal: Aus der jeweiligen Funktion und dem sparsamsten Einsatz der technischen Möglichkeiten ergibt sich die Gestalt des Bauwerkes. Bei optimaler Verbindung aller Aspekte wird das Gebäude auch schön. Das bedeutet, dass Zweckmäßigkeit "automatisch" Schönheit ergibt. In solcher Absolutheit wurden die funktionalistischen Thesen jedoch in den späten 1930er-Jahren kaum noch ernsthaft vertreten.

Der Funktionalismus löste den Historismus und den Jugendstil ab. Im Bauhaus wird dieser Stil zum Organisationsprinzip von Architektur. Unter Verzicht auf Repräsentation und Dekoration entsteht im Nachkriegsdeutschland mit den funktionalistischen Prinzipien eine ideenlose und triste Massenarchitektur ("sozialer Wohnungsbau").

LUDWIG MIES VAN DER ROHE soll Zeit seines Lebens nach einer Urform von Architektur gesucht haben, die mittels perfekter Konstruktion zu erreichen wäre. Seine Hochhäuser in dreieckigen und kurvigen Formen zielten durch die Verwendung von Glas und Stahlbeton auf eine neuartige Leichtigkeit und Belebung der Fassade durch Lichtreflexe. Seine Vorstellung von "fließenden Räumen" bedeutete, dass Wände ohne tragende nur noch mit ästhetischer Funktion aus edlen Materialien hergestellt würden (Deutscher Pavillon auf der Weltausstellung in Barcelona, 1929, Bild 1).

Einer der bedeutendsten Vertreter der auf Zweckmäßigkeit ausgerichteten Architektur mit einer betont blockartigen, streng geometrischen Bauweise war WALTER GROPIUS (Bild 2). Gestalt und Detail eines Bauwerkes ergaben sich für ihn aus der inneren Gesetzmäßigkeit des zu entwerfenden Objektes. Zweckmäßigkeit wurde zum ästhetischen Prinzip.

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