


International Style
Der Begriff "International
Style" wurde 1932 von HENRY-RUSSELL
HITCHCOCK und PHILIP JOHNSON (* 1906) für eine moderne Architektur
geprägt, die sich aus verschiedenen Tendenzen und Strömungen
herausgebildet hatte und in Europa u. a. von den Bauhausmeistern,
LUDWIG MIES VAN DER ROHE und LE CORBUSIER, geschaffen wurde. Während
der zwanziger Jahre des 20. Jh. setzte sich dieser Stil zunächst
in Mitteleuropa, danach in weiteren europäischen Ländern und
Amerika durch. Seine Merkmale sind:
Trotz grenzüberschreitender Gemeinsamkeiten wirkten die Gebäude
nicht uniform und boten Möglichkeiten für kreative Entwürfe.
Zu den Architekten des International
Style gehörten u. a.:
LE CORBUSIER entwickelte
ein Eisenbeton-Skelett-System "Domino"
für die Massenproduktion von Wohnhäusern und beschäftigte
sich mit städtebaulichen Fragen. Seinen Architekturprinzipien
lässt sich Folgendes entnehmen:
(Haus in der Weißenhofsiedlung,
1927, Stuttgart, Bild 1; Villa Savoie,
1929-1931, Poissy, Bild 2).
1928 gründete LE CORBUSIER die internationale Architektenvereinigung
CIAM (Congrès Internationaux
dArchitekture Moderne). Deren Mitglieder wollten durch den Austausch
von Erfahrungen, Ideen und Planungsprinzipien zu einer zeitgemäßen,
modernen Formensprache beitragen. Außerdem versuchten sie, Verständnis
für städteplanerische Lösungen zu schaffen.
Eine neue Stufe seiner Entwicklung erreichte LE CORBUSIER mit der
Unitè d´habitation (1947-1953)
in Marseillle. Das Gebäude, ein auf massigen Säulen errichteter
12-geschossiger Wohnblock, wird von einer Dachterrasse abgeschlossen.
Jede der zweigeschossigen Wohnungen hat Terrasse und Ausblick auf die
Umgebung. Die Wohnelemente sind so geschickt ineinander verschachtelt,
dass die Fassade ein rhythmisches Muster bildet.
Der finnischen Architekt ALVAR AALTO konzipierte seine Architekturen immer von der Bauaufgabe ausgehend und wählte dazu passend Materialien und Konstruktion. Ab den dreißiger Jahren fanden sich zunehmend kurvige Elemente in seinen Bauten.
Im Nationalsozialismus emigrierten viele Architekten in die USA. Dort waren besonders die Bürohochhäuser (Wolkenkratzer) mit ihren vielfältigen abstrakten Formen wichtige Bauaufgabe und Ausdruck der Moderne.
In den fünfziger Jahren erreichte die Architektur der Moderne nochmals
einen Höhepunkt. Einige Länder, die ihre Unabhängigkeit
gewonnenen hatten, repräsentierten durch den Bau
neuer Hauptstädte.
Auch LUDWIG MIES VAN DER ROHE konzipierte im International Style. Unter anderem entstand nach seinen Entwürfen in Berlin die Neue Nationalgalerie (1962-1968, Bild 4).
In den sechziger Jahren geriet der International Style und damit die
Moderne in die Kritik, u. a. als soziale und intellektuelle Modeerscheinung.
Aber die Moderne ist auch nach 1970 noch präsent.