


Der Begriff Malerei
Die Malerei zählt neben der
Grafik, der Architektur und der Plastik zu den bildenden Künsten.
Sie gehört zur ältesten Form der Kunst. Zeugnis darüber
geben prähistorische Höhlenmalereien (Bild 1).
Sie ist neben der Grafik eine Kunst
der Fläche, im Gegensatz zur dreidimensionalen Plastik und Baukunst.
In vielen Stilepochen war sie dominierend, so zum Beispiel im Mittelalter
und der Renaissance.
Im 20. Jahrhundert verlor sie ihre führende Rolle aufgrund neuer
Sichtweisen und Ausdrucksformen der Künste.
Die Bandbreite der Malerei
ist sehr groß. Sie kann Illusion von Raumtiefe und Körperhaftigkeit
vermitteln und somit Abbilder der Realität, aber auch rein gedankliche
Vorstellungen wiedergeben. Welcher Aspekt stärkere Beachtung findet,
ist epochenspezifisch und steht in engem Zusammenhang mit der Einstellung
zum Leben, zum Tod und zur Religion oder mit der Künstlerintention.
Träger des Farbauftrages
Beim direkten Farbauftrag
werden unterschieden die Wandmalerei, Tafelmalerei (Bild 2) und Buchmalerei,
auf dem Gebiet des Kunsthandwerks die Malerei auf Keramik, Porzellan,
Lack und Seide.
Im weitesten Sinne zählen auch Verfahren,
die auf die Umsetzung eines künstlerischen Entwurfs in ein spezifisches
Material beruhen, zur Malerei, etwa die Emailmalerei, Glasmalerei, Mosaik
und Bildwirkerei. Grenzfälle sind das bemalte Relief, die Polychromie
in der Architektur, die farbige Fassung einer Skulptur, die Collage und
die farbig gestaltete Grafik.