Kunst
Begriffsbestimmung der Renaissance
Selbstporträt DÜRERJACOB BURCKHARDT
Als Renaissance (franz: Wiedergeburt, Wiedererweckung; aus ital. Rinascimento oder rinascità) bezeichnet man eine kunst- und geistesgeschichtliche Epoche zwischen etwa 1400 und 1600, die - von Italien ausgehend - der Gotik folgte und vom Barock abgelöst wurde und eine Wiederbelebung antiker Kunst und Gedanken zum Ziel hatte.

Abzugrenzen von dieser Definition sind

Man darf unter dem Begriff Renaissance nicht lediglich die kulturelle Wiedergeburt der Antike verstehen. Denn die bildende Kunst dieser Epoche ahmte nicht einfach die wesentlichen Motive und Ausdrucksformen der Antike nach, sondern griff sie kritisch auf und entwickelte sie eigenständig weiter.

Die Renaissance war gekennzeichnet durch:

Entdeckung der Welt und des Raums Befreiung des Individuums aus kirchlicher und höfischer mittelalterlicher Ordnung Befreiung von den Formeln/
dem Typus des Mittelalters

große geografische Entdeckungen
- Seeweg nach Indien
- Entdeckung Amerika

Taschenuhr

Humanismus
- geistige Erneuerung (ERASMUS V. ROTTERDAM)

Reformation
- religiöse Erneuerung (LUTHER, ZWINGLI)
- Bibelübersetzung

Buchdruck

Mensch =
Maß aller Dinge

- Schönheit des menschlichen Körpers
– anatomische Genauigkeit

Naturnachahmung
(imitatio naturae)

Zentralperspektive

Tafelmalerei

Wandmalerei (sgraffito)

Schloss- und Bürgerbauten

Kennzeichnend für das neue Weltbild in der bildenden Kunst ist das Porträt (Bild 1). Die dargestellten Gesichter traten aus der Verallgemeinerung, der Stilisierung heraus, betonten das Besondere des Einzelwesens Mensch. Nicht mehr Künstlichkeit der Pose, wie noch im Mittelalter üblich, sondern Natürlichkeit des Ausdrucks, Realismus wurde wichtig. Die Landschaft wurde einbezogen in die natürliche Welt des Individuums. Die Natur wurde zum Idealzustand der Freiheit. Die Naturstudien bereiten die Geburt des Stilllebens als neues künstlerisches Genre vor. Die Zweidimensionalität des mittelalterlichen Kunstwerkes wurde überwunden: Der Raum wurde für die Malerei entdeckt. Der Bürger wurde, wie früher der Adelige, zum Mäzen und Auftraggeber der Künstler. Dadurch trat das weltliche Thema in die Kunst ein.
Allgemein wird zwischen

unterschieden.

Der Frührenaissance voraus ging die sogenannte Protorenaissance (Vorrenaissance). Die Protorenaissance gehört jedoch nicht zur Renaissance, sondern kennzeichnet lediglich bestimmte Stilformen des Hochmittelalters in Italien und Südfrankreich.

Beginn der Neuzeit
Unter Renaissance wird auch der Beginn der Neuzeit verstanden. Renaissancekunst gliedert sich in Malerei, Bildhauerei, Architektur und Kunsthandwerk. Sie entstand zuerst in Italien.

Der Begriff Renaissance stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde in Deutschland vom Kunsthistoriker JACOB BURCKHARDT (1818-1897; Bild 2) in seinem Werk "Die Kunst der Renaissance in Italien" (1860) benutzt. Er umschrieb damit den Zeitraum zwischen den Malern

Allerdings sprach bereits GIORGIO VASARI (1511-1574) in seinen "Lebensbeschreibungen" ("Le Vite de` piú eccelenti architetti, pittori, et scultori italiani, da Cimabue insino a` tempi nostri", Florenz, 1550) von einer "rinascità", einer "Wiedergeburt" der Künste. Das bedeutete für ihn die Überwindung des Mittelalters und das Aufgreifen antiker Formensprache durch GIOTTO einerseits sowie die Orientierung des Renaissancekünstlers am Vorbild der Natur andererseits.

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