



Bürgerbauten
Die einfachen Behausungen der Armen haben in ganz Europa wenig zur Stilbildung
beigetragen. Seit dem frühen Mittelalter entstanden in Mitteleuropa
Wohnhäuser, die auch der Berufsausübung dienen konnten.
In den Städten wurden Bürgerhäuser
unter Verzicht auf Stall und Scheune gebaut, deren Architektur sich an
landschaftlich geprägte Bauernhäuser anlehnte. Man unterscheidet·
Bürgerhaus. Das Klima (Hitze, Schneedruck usw.) beeinflusste die
Bautechnik und die Anordnung der Räume. Die Verwendung regional verfügbarer
Baustoffe (Holz, Hau- u. Backstein) stellte Ansprüche an die Bauweise
und führte zur Prägung von Stadtlandschaften (Bild 1).
Im Frankreich des 17. Jh. bildete sich der Typ des Wohnhauses aus,
der durch seine Funktionalität, bessere Heizbarkeit und ein gewisses
Maß an Behaglichkeit in die moderne Zeit hineinwirkte. Mit der Industrialisierung
entstanden·
Zur Verbesserung der Wohnsituation baute man Arbeiterkolonien
(Kolonie Ostheim, 1892-1903).
Große Bedeutung erlangten die Bemühungen um menschenwürdiges
Wohnen im 20. Jh. in den Gartenvorstädten
(Britz, 1925-1931). Neben diesen
Wohnungsbauvorhaben wurde das private Wohnhaus
in den entsprechenden Architekturstilen großzügig angelegt.
Die Zunahme der Bevölkerung, steigende gesellschaftliche und soziale
Bedürfnisse und ein höheres Verkehrsaufkommen zwangen zum Bau
neuer·
Die Kommune wurde neben Industrie
und Staat zum wichtigsten Auftraggeber der
Architekten. Bereits Anfang des 20. Jh. begannen die Architekten,
kreative Formen mit neuen Baumaterialien und technischen Möglichkeiten
bei Kommunalbauten umzusetzen. Diese Tendenz gerät seit Ende des
20. Jh. ins Spektakuläre. Schon immer waren Kommunalbauten Prestigeobjekte.
Vor allem die Hochhäuser (Bild 5)
sind auch gegenwärtig noch Sinnbilder für Macht, Potenz und
Stärke:
Aber auch die Architektur von Kommunalbauten hat symbolische Funktionen.
Ein "Symbol für Transparenz und Demokratie"
sei die Form und Konstruktion der Reichstagskuppel
(1995-1999) in Berlin, sagt NORMAN FOSTER (* 1935), der Architekt.