





Ein Dach bildet den oberen Abschluss
eines Gebäudes, um es vor Witterungseinflüssen, z. B. vor Regen,
Schnee, Wind, Kälte und Hitze zu schützen. Es dient aber auch
als wichtiges Gestaltungsmittel für die Gesamtansicht des Gebäudes.
Dächer bestehen aus Dachkonstruktion und Dacheindeckung. Die Dachkonstruktion
muss Schnee- und Windlasten standhalten und ist gleichzeitig das Traggerüst
für die Dacheindeckung.
Zu den bekanntesten Dachformen
zählen Pult-, Sattel-, Walm- und Krüppelwalmdach. Andere Dachformen
sind z. B. das Mansard-, Zelt-, Säge- und das Flachdach. Dächer
werden nach ihrem Querschnitt in Sattel-, Mansard- und Pultdach und nach
ihrem Längsschnitt in Giebel-, Krüppelwalm-, Walm- und Zeltdach
unterteilt. Dächer mit einer Neigung von unter 5 ° werden als
Flachdächer, von 5 bis 40 ° als mäßig steile Dächer
und mit über 40 ° als Steildächer bezeichnet.
Dachformen
Ein Pultdach (Bild 2) wird meist
für nachträgliche Anbauten an eine schon vorhandene Gebäudewand
verwendet und hat nur eine Dachfläche. Die Dachfläche befindet
sich meist auf der Wetterseite.
Ein Zeltdach (Bild 7) hat einen
quadratischen oder rechteckigen Grundriss, die Gradlinien laufen in einem
Punkt (Firstpunkt) zusammen.
Aneinandergereihte Satteldächer, wie es bei Industriebauten oft der
Fall ist, bezeichnet man als Sägedächer.
Durch Größe und Form des Daches wird das äußere
Erscheinungsbild eines Gebäudes wesentlich bestimmt.
In die Dachflächen können Fenster, Gauben und Loggien zur besseren
Dachraumnutzung eingebaut werden. Gauben, z. B. Fledermausgaube, Sattelgaube,
Schleppdachgaube sind Dachaufbauten, in die senkrecht Fenster eingebaut
werden. Loggien sind Dacheinschnitte.
Dachkonstruktionen
Dachkonstruktionen
aus Holz sind meist Sparrendächer, Kehlbalkendächer und Pfettendächer.
Eine Sparrendachkonstruktion
(Bild 1) besteht aus Sparren, Widerlager, Firstbrett und Windrispe. Mit
der Decke bilden die Sparren ein unverschiebbares Dreieck. Die Windrispe
stabilisiert diese Dreiecke gegen Windbelastung und dient der Längsaussteifung.
Sparrendächer werden bei Gebäudebreiten bis zu 8 Metern verwendet.
Die Sparrenlänge sollte 4,5 Meter nicht überschreiten. Sollte
es doch notwendig sein, so müssen zusätzlich Kehlbalken angebracht
werden. Wenn Kehlbalken die Sparren aussteifen, so wird diese Dachkonstruktion
als Kehlbalkendach bezeichnet. Das Kehlbalkendach
ist somit eine Weiterentwicklung des Sparrendaches.
Eine Pfettendachkonstruktion
besteht aus Sparren, Firstpfette, Kopfband, Lattung, Firstlaschen, Binder,
Schwelle und Pfosten. Die Sparren sind mit Pfette und Schwelle fest in
der Decke verbunden. Zwischen Pfosten, Sparrenpaar, Zangen und Decke entsteht
ein unverschiebbares Dreieck. Diese Konstruktion dient der Queraussteifung
des Daches. Längsaussteifung erreicht man über die Kopfbänder,
die mit Bundpfosten und Pfette ein unverschiebbares Dreieck bilden.
Abwechslungsreiche "Dachlandschaften" entstanden bei den großen Kathedralen, bei historischen ostasiatischen Bauten, aber auch in den Altstädten Mitteleuropas. Seit dem vorigen Jahrhundert wird das Dach verstärkt zum Form-Ausdruck eines Baus und zu seiner Symbolisierung eingesetzt.