



Kunst während der Unterdrückung"Historiker schätzen, dass durch Kriegshandlungen weltweit 60 Mio. Menschen getötet wurden. Allein die Sowjetunion verlor mehr als 25 Mio. Bürger. In Polen starben fast 6 Mio. Menschen. In den Konzentrationslagern wurden 6 Mio. Menschen ermordet. Deutschland bezahlt die Entfesselung des Krieges mit über 4 Mio. Toten. Bei Kriegsende geht die Zahl der Vertriebenen, Umgesiedelten und Displaced Persons (DPs) in die Millionen: Hierzu zählen Kriegsgefangene, Fremdarbeiter, befreite Insassen der Konzentrationslager, wegen des Bombenkriegs Evakuierte sowie Flüchtlinge und Vertriebene aus den Staaten Ost- und Südeuropas sowie den ehemaligen deutschen Ostgebieten."
(Die Fischer Chronik, Ereignisse Personen Daten, Deutschland 1949-1999, Frankfurt a. M. 1999, Sp. 14).
"Die Arbeiten, die unter diesen Bedingungen entstanden sind, gehen im Begriff des Kunstwerks allein nicht auf. Sie sind zugleich Ausdruck des Selbstbehauptungswillens und der Resistenz. Sie sind Zeugnisse, Beweise, Anklagen. Sie sind Erinnerungsspuren und Totengedächtnis. Sie beharren auf der Würde der Entwürdigten. Sie stehen für haarfeine Risse im Ordnungssystem des Terrors."
Eine ganze Reihe von Künstlern dokumentierte
die infernalischen Zustände in den vom Bombenkrieg heimgesuchten Städten, die Ruinenlandschaften, die von Entsetzen, Trauer
und Verzweiflung gepeinigten Menschen, die Haltlosigkeit im Angesicht des
Todes.
So ist der umfassende Zyklus von Federzeichnungen und Holzschnitten des
Malers, Grafikers und Zeichners WILHELM RUDOLPH (1889-1982) eine wertvolle
Quelle über die Zerstörung Dresdens nach der Bombardierung in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945
(Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett).
Andere Künstler, die die Erfahrungen
des letzten Kriegsjahres unmittelbar künstlerisch umsetzten, sind:
MAX BECKMANN
(1884-1950) "Abtransport der Sphinxe", 1945;
WILHELM LACHNIT (1899-1962) "Der Tod von Dresden", 1945;
HERMANN BRUSE (1904-1953) "Hungermarsch", 1945. Viele
andere Künstler setzten sich in den folgenden, ersten Nachkriegsjahren
mit diesem Themengebiet auseinander.
Für die vielen Künstler, die sich in anderen europäischen
Ländern mit dem Elend des Zweiten Weltkrieges beschäftigten, seien
stellvertretend erwähnt: HENRY MOORE (1898-1986),
"Shelter-Zeichnungen", 1941; FRANS MASEREEL (1889-1972)
"Danse macabre", 1941; TADEUSZ KULISIEWICZ (1899-1988),
"Warschau 1945", 1945.