Der Begriff Grafik im engeren Sinne wird oft synonym mit dem Begriff Druckgrafik (Bild 1) verwendet und meint im Gegensatz zur Handzeichnung die in drucktechnischen Verfahren entstandenen und vervielfältigten Bildwerke.
Grafische Gestaltungsmittel sind z.B.
Linie, Schraffur, Struktur und Hell-Dunkel.
Diese Originalgrafiken
sind eigenständig entstandene Kunstwerke und nutzen lediglich die
grafischen Drucktechniken und den Vorgang des Druckens zur Erreichung
eines bestimmten künstlerischen Ausdrucks.
Drucken
Als Drucken wird der Vorgang bezeichnet,
bei dem mittels spezifischer Verfahren des Anpressens oder Drückens
von einer Druckform Farbe auf einen Bedruckstoff übertragen wird.
Dabei entsteht ein seitenverkehrtes Bild.
Bedruckstoffe i.d.S. sind
Der Druckprozess, worunter man das
versteht, ist aufgrund der Dauerhaftigkeit der Druckform und der immer
gleichen Verfahrensweise wiederholbar und dient der Vervielfältigung
der entstehenden Grafik. Abzugrenzen ist der Begriff des künstlerisch-handwerklichen
Druckens von den Druckverfahren der polygrafischen
Industrie. Druckverfahren der polygrafischen Industrie dienen vor
allem der Vervielfältigung von Informationen (Bild und Text).
Nach dem unterschiedlichen Aufbau der Druckstöcke mit druckenden
und nicht druckenden Teilen ergeben sich die vier Drucktechniken:
Jedes im Druckprozess entstehende Blatt wird als Abzug
bezeichnet. Der Künstler entscheidet über die Gesamtanzahl der
Blätter, die von einer Druckform entstehen (Auflage). Die Materialabnutzung
der Druckform kann die Auflagenzahl begrenzen.
Bei Hochdruckgrafiken liegt die Auflagenhöhe etwa zwischen 20 und
100 Abzügen.
Original oder Reproduktion?
Während in der Malerei und in der Plastik die einmalig geschaffenen
Kunstwerke als Original bezeichnet
werden, stellt sich im Bereich der Grafik die Frage nach dem Original
anders. Die Einmaligkeit besteht hier in der Ausarbeitung einer eigenständigen
künstlerischen Idee, die nur mithilfe drucktechnischer Verfahren
umgesetzt werden kann. Als Original-Druckgrafiken gelten deshalb alle
Werke, deren Druckform vom Künstler selbst geschaffen wurde. Jedes
Blatt muss die Signatur des Künstlers tragen. Die Gesamtauflage und
Seriennummer sind mit Bleistift notiert.
So bedeutet die Kennzeichnung 12/50, dass das vorliegende Blatt der zwölfte
Druck von fünfzig ist.
Um ganz sicher zu gehen, dass die Druckplatte nach der festgelegten Auflage
nicht weiter benutzt wird, ist es üblich, die Druckplatte mit Durchkreuzungen
unbrauchbar zu machen.
Von Reproduktionen spricht
man, wenn ein eigenständiges künstlerisches Vorbild, eine Original-Druckgrafik,
ein Gemälde und Ähnliches auf fotomechanischem Wege (analog
oder digital) kopiert und drucktechnisch vervielfältigt wird.