





Die dem Totenkult dienende ägyptische Malerei ist flächenbetont; die Vielfalt der Erscheinungswelt ist durch strenge Regeln in eine feste Ordnung gebannt (Bild 1).
Hingegen wurde von der griechischen Malerei selbst im linearen Körperumriss noch die raumgreifende Qualität des Plastischen mitgestaltet; erhaltene Zeugnisse liefert vor allem die Vasenmalerei.Wirklichkeitsnähe erreichte die römische Malerei durch körperhaftes Modellieren und perspektivische Verkürzungen. Beim frühchristlichen Mosaik und bei der mittelalterlichen Buch-, Wand- und Glasmalerei war hingegen die körperlich-räumliche Realität von der Fläche und der Darstellung des Übersinnlichen bestimmt.
Entwicklung plastischer und räumlicher WerteDie Renaissance verstärkte
diese durch die geradezu tastbare Modellierung der Körper, das harmonische
Maß der Dinge und die Anwendung der neu entdeckten Perspektive zur
Darstellung eines kontinuierlichen Raumes. Die Diskrepanz zwischen plastisch-modellierter
Nähe und flächig oder in Schichtung hinterlegter Ferne wurde
im 16. Jahrhundert überwunden: Die malerische Gestaltungsweise
LEONARDO DA VINCIs und der venezianischen Maler (Bild 3) verschmolz
Figur und Raum durch das Medium der Farbe in ein körperhaft empfundenes,
kontinuierlich sich erstreckendes Ganzes, an dem auch die Atmosphäre
teilhat.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
treten die unterschiedlichsten Formen und Ausdrucksvarianten in der Malerei
auf und entwickeln sich bis heute weiter.
Daneben gibt es Künstler, die mit ihrer Auffassung das 20. Jahrhundert
stark mitgeprägt haben, wie