







Farben und Kontraste
Die Verwendung nachbarschaftlicher Farben (Magentarot, Rotviolett, Violett, Blauviolett, Blau) in Studie 1 (Bild 1) erzeugt bei hohem Einsatz dunklerer Farbtöne eine geheimnisvolle Nachtstimmung.
Der abgewandelte Komplementärkontrast Rot-Grün: Das verwendete Magentarot in Studie 2 (Bild 2) erzeugt eine eher frische Wirkung.
Der Komplementärkontrast Gelb-Violett in Studie 3 (Bild 3) wird zu höchster Farbkraft gesteigert. Während die Farbe Gelb fröhlich wirkt, soll Violett Würde ausstrahlen. Kombiniert können beide bis zur Aggressivität gesteigert werden.
Studie 4 (Bild 4) und Studie 5 (Bild 5) zeigen unterschiedliche Verwendungen des Rot-Grün-Kontrastes mit unterschiedlichen Wirkungen.
Studie 6 (Bild 6) und Studie 7 (Bild 7) zeigen eine jeweils unterschiedliche Verwendung des Blau-Orange-Kontrastes mit unterschiedlichen Wirkungen.
Menge-Helligkeit
Jede Farbe besitzt eine eigene Helligkeit (ohne Mischen mit Weiß). So besitzt Gelb die größte Helligkeit und Violett die geringste. Um gleichwertig zu erscheinen, müssen also die dunkleren Farbtöne mengenmäßig stärker vertreten sein, als die helleren Farben, was je nach angestrebter Farbwirkung zu differenzieren ist (Bild 8).
Farben blau-gelb
Durch Mischen der beiden Grundfarben Blau und Gelb entsteht die Mischfarbe ersten Grades (Bild 9).
Farbkugel von PHILIP OTTO RUNGE (Animation 1)
Besonders bekannt wurde PHILIPP OTTO RUNGE (1777–1810), der vielseitige Künstler der Frühromantik, durch seine symbolträchtigen Landschaften und Porträts. Zentrales Thema seiner Werke ist der Mensch in der gottgegebenen Natur. Eine große Rolle spielten für ihn das Licht und die Farbe als Zeichen des Göttlichen und der Schöpfung. Mit seiner Farbkugel versuchte er, ein räumliches System für die Ordnung der Farben zu schaffen.
Durch die Anordnung der Farben auf der Kugel leitet RUNGE drei verschiedene Wirkungen ab.
Harmonische Farbzusam- menstellungen |
Disharmonische Farbzusam- menstellungen | Monotone Farbzusam- menstellungen |
|---|---|---|
| ergeben sich aus dem direkten Kontrast der reinen Grundfarben weiterhin aus allen sich diametral gegen überliegenden hellen und dunklen Farbtönen auf der Oberfläche der Kugel |
entstehen durch das Zusammenwirken der Grundfarben sie fordern vom Auge höhere Aufmerksamkeit durch das Fehlen einer Grundfarbe |
ergeben sich aus dem „eintönigen“ Wirken nebeneinander liegender Farben |
| Gelb-Violett Rot-Grün Blau-Orange |
Rot-Blau Gelb-Rot Blau-Gelb |
z. B. Gelb-Orange-Rot |
Helligkeit nach RUNGE:
Ausmischung der Grundfarben von Pol zu Pol
Ausmischung der senkrechten Mittelachse von Weiß zu Schwarz (Bild 10).
Durchmischung nach RUNGE:
Mischen an der Kugeloberfläche von Pol zu Pol am Beispiel der Farbe Grün (Bild 11).
JOHANNES ITTEN
In seinem Werk vereint JOHANNES ITTEN seine gesammelten Erfahrungen als Maler und Kunsterzieher. Er verweist insbesondere auf den Zusammenhang zwischen den theoretischen Regeln und Kenntnissen und der künstlerischen Inspiration des Einzelnen. Seiner ästhetischen Farbenlehre liegen umfangreiche Studien der Farbenlehre von GOETHE, RUNGE, BEZOLD und CHEVREUL zugrunde, ebenso wie seine praktischen Erfahrungen aus seiner Lehrtätigkeit. Er verstand seine Farblehre als Hilfsmittel für die Förderung der unterschiedlichen Begabungen und versuchte das subjektive Farbempfinden des Einzelnen zu objektivieren.
Kontraste nach ITTEN:
| Komplementär- kontrast Rot-Grün, Hell-Dunkel-Kontrast als Nebenkontrast |
Kalt-Warm-Kontrast | Komplementär- kontrast Gelb-Violett |
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| Ausmischung des Komplementär- kontrastes Blau-Orange bis zum Grau, Hellen der Farben |
Qualitätskontrast (zwischen leuchtenden/ gesättigten und getrübten/ ungesättigten Farben) | |
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