Kunst
Formgestaltung in der Architektur: Proportion
Tempio di Concordia, Agrigento, SizilienGoldener SchnittWallfahrtskirche in RonchampKapelle der United States Air Force Academy

Form
Unter Form wird die äußere Erscheinung eines Bauwerkes verstanden, seine Struktur, die Gesamtheit seiner Elemente und ihre Beziehungen zueinander. Der Zweck eines Baues beeinflusst die Form. Die Form wird zum Ausdrucksträger. Sie fungiert als Träger

Form
Funktion Ausdrucksträger Ausdruckswert Gestaltung
Sakralbau
Profanbau
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Tragwerk
Klimatisierung
Wirtschaftlich-
keit
Standort
Umwelteinfluss
Material/ Textur
Fassade
Baukörper
Sicherheit
Kosmologie
Macht
Repräsenta-
tion
Propaganda
Würde
Gedenken
Mahnung
Leichtigkeit
Transparenz
Komposition
Proportion
Kontrast
Dimension
Hierarchie

Proportion
Proportion (Größenverhältnis, rechtes Maß, Ebenmaß; Gleichmaß) in der Architektur bezeichnet die Maßverhältnisse der einzelnen Bauteile zueinander und zum Gesamtbau. Dabei wird von

Nach einem genauen Maßsystem wurden die griechischen Tempel errichtet. Der untere Säulendurchmesser war das Grundmaß für die drei typischen Säulenordnungen.

des unteren Säulendurchmessers. Der goldene Schnitt ¹, das berühmteste harmonische Proportionssystem (Bild 2), hat ebenfalls in Griechenland seine Wurzeln. Durch Jahrhunderte, von der Zahlenmystik des Mittelalters über die Maßsysteme der Renaissance bis zum Modulor (frz.) ² von LE CORBUSIER 1887-1965), mühte sich der Mensch, um handhabbare Regeln und Maßsysteme zur Proportionierung.

¹ Der goldene Schnitt ist ein grafisches Hilfsmittel zur Findung harmonischer Proportionen. Er bezeichnet das Maßverhältnis einer Strecke, die so geteilt ist, dass sich der kleinere Abschnitt zum größeren verhält wie der größere zum Ganzen.

² "Modulor" war ein Proportionsschema, das auf der Grundlage der menschlichen Gestalt und des goldenen Schnitts entwickelt wurde. Mit der Festlegung von zwei Maßeinheiten - Körpergröße = 1,75 m und Körpergröße mit hoch gestrecktem Arm = 1,83 m - wurde versucht, Architektur auf menschliche Maßeinheiten abzustimmen.

Das Proportionsgefühl änderte sich im Verlauf der Geschichte. Während z. B. der Parthenon auf der Akropolis in Athen (Griechenland, 447-432 v.Chr.) das antike statische Proportionsgefühl dokumentiert, vermittelt die Wallfahrtskirche in Ronchamp (1950-1954, Architekt: LE CORBUSIER) durch Kontrastwirkung und Dynamik das Gefühl der Moderne (Bild 3).
Im Stilpluralismus des 20. Jh. setzen sich neben frei erfundenen Formen, die z. T. abbildhaft auf die Nutzung hinweisen (z. B. Flugzeugformen des Kennedy Airport, New York, USA, 1956, Architekt: EERO SAARINEN; Kapelle der United States Airforce Academy bei Colorado Springs, USA, Bild 4), immer wieder Kompositionen mit quaderförmigen Körpern (Funktionalismus, Rationalismus) durch. Unterschiedliche Proportionen lagernder oder/und aufragender Quader können eine fast unbegrenzte Vielfalt verschiedener Baukörper ergeben. Mit optischer "Formzerteilung" werden die entstandenen Quaderteile harmonisch oder disharmonisch in bestimmte Maßverhältnisse gebracht. Kompositionen mit schräg angeschnittenen Kuben, Zylindern, Halbkugeln in Verbindung mit schlichten Quadern und Zusammensetzungen verschiedener stereometrischer Körper führen zu interessanten Architekturen (Mexiko City).
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