Kunst
Fundament
HausbauEinzelfundamentStreifenfundamentPlattenfundament

Eine wichtige Frage, die vor dem Bau eines Hauses, einer Brücke oder Straße beantwortet werden muss, ist die Frage: Wie ist der Baugrund, das heißt wie ist der Boden auf dem das Gebäude steht, beschaffen? Es gibt verschiedene Böden: Sandböden, Lehmböden, Kiesböden, die unterschiedlich fest sind. Trotzdem muss gewährleistet sein, dass ein Haus sicher steht und nicht in den Boden einsinkt. Eine Baugrunduntersuchung ist vor dem Bau eines Hauses unbedingt erforderlich. Dafür kann man vorhandene Erfahrungen, natürliche Aufschlüsse, den Pflanzenbewuchs, geologische Karten oder Baugrundkarten nutzen. Reicht dies alles nicht aus oder führt zu keinem eindeutigen Ergebnis, so müssen Bodenbohrungen durchgeführt werden.
Ein Fundament nimmt die an ihm auftretenden Kräfte (Lasten) auf und überträgt sie auf den Baugrund. Hält der Baugrund den Lasten stand, so besteht ein Kräftegleichgewicht zwischen Fundament und Baugrund. Dadurch ist die Stabilität des Bauwerkes gesichert.

Tief- und Flachgründungen
Für die Auswahl der Fundamentart sind die Größe des Bauwerkes und die Bodenbeschaffenheit entscheidend. Zu den Flachgründungen zählen Einzel-, Streifen- und Plattenfundamente. Zu den Tiefgründungen zählt die Pfahlgründung.

Einzelfundament (Bild 2)
Das Einzelfundament befindet sich, vorzugsweise bei Skelettbauweise, unter einzelnen Stützen und Pfeilern. Sie müssen bewehrt werden, das heißt, in den Fundamentblöcken befinden sich Betonstabstähle, Betonstahlmatten oder sogenannter Bewehrungsdraht. Durch Bewehrung werden die Zug- und Druckkräfte, die auf ein Fundament einwirken, verringert und damit Risse und Setzungen vermieden. Einzelfundamente können bei gut tragfähigem Untergrund verwendet werden.

Streifenfundament (Bild 3)
Vor allem im Wohnungsbau sind Streifenfundamente die am häufigsten verwendeten Fundamente, vorrausgesetzt natürlich der Untergrund ist tragfähig. Streifenfundamente befinden sich unter Wänden und werden nur bewehrt, wenn ungleichmäßige Setzungen befürchtet werden müssen.

Plattenfundament (Bild 4)
Bei schlecht tragfähigem Baugrund werden sogenannte Plattenfundamente, die sich unter dem gesamten Gebäude befinden, verwendet. Dadurch wird die Gründungsfläche erheblich vergrößert und die Standsicherheit des Gebäudes erhöht.


Pfahlgründung
Ist die Tragfähigkeit des Baugrundes so schlecht, dass eine Flachgründung nicht möglich ist, so ist die Pfahlgründung, als bekannteste Tiefgründungsart, eine Möglichkeit die Standsicherheit des Gebäudes zu gewährleisten. Dabei steht das Gebäude auf Pfählen. Manchmal ist es jedoch preisgünstiger statt einer teuren Pfahlgründung den Baugrund zu verbessern. Baugrundverbesserungen können zum Beispiel der teilweise oder völlige Ersatz des nicht tragfähigen Materials durch tragfähiges Material, Bodenverdichtungen oder das Einbringen von Bindemitteln sein.
Aber nicht nur die Wahl der Fundamentart ist für die Standsicherheit des Gebäudes wichtig, auch richtige Größe, Form und Lage müssen eingehalten werden.

Fundamentlage
Die Fundamentsohle sollte eben und senkrecht zur Kraftrichtung liegen. Ist dies nicht möglich, zum Beispiel bei Hanglagen, muss das Fundament "abgetreppt" werden. Weiterhin sollten sich Fundamente im frostsicheren Bodenbereich befinden, da sonst umfangreiche Bauschäden durch Setzungen erfolgen können. In unseren Breiten sollte ein Fundament deshalb mindestens 80 cm tief im Boden liegen.

Fundamentherstellung
Fundamentgräben müssen maßgerecht ausgehoben werden. Das kann sowohl mit Maschinen als auch von Hand geschehen. Bei nicht standfestem Boden müssen die Fundamentgräben zusätzlich verschalt werden, um die richtige Form des Fundaments zu gewährleisten. Bei bewehrten Fundamenten muss eine sogenannte Sauberkeitsschicht vor dem Betonieren eingefüllt werden, um die Bewehrung vor Verschmutzung zu schützen. Ein zusätzlicher Fundamenterder (Bandstahl) ist notwendig um elektrische Leitungen im Gebäude zu erden.
Fundamente werden meist aus Beton gegossen. Auf gute Verdichtung und eine glatte Oberfläche muss geachtet werden. Lassen sich Arbeitsfugen (zum Beispiel am Ende eines Arbeitstages) nicht vermeiden, so müssen die Anschlüsse abgeschrägt und angeraut werden.

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