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Bildformen
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| natürliche Form | künstliche Form | künstlerische Form |
| Naturformen, die ohne menschliche Einwirkung entstehen (Pflanzen, Tiere; Bild 1) | Erscheinungsbild von Objekten, die mit menschlicher Einwirkung entstanden (Maschinen, Architektur u. a.; Bild 2) | Formen der bildenden Kunst, welche das Ergebnis eines kreativen Gestaltungsprozesses sind (Bild 3) |
Künstlerische Form mit extrem
hohem Grad der Nachahmung
(z. B. naturalistische Darstellung)
Alle abgebildeten Objekte wirken nicht wie gemalt, sondern wie wirklich
existent mit dem Ziel, den Betrachter zu täuschen (Trompe-l´il;
frz. trompe-l'il = Augentäuschung; Darstellungsweise in der
Malerei, bei der durch naturalistische
Genauigkeit mithilfe perspektivischer Mittel ein Gegenstand so
wiedergegeben wird, dass der Betrachter nicht zwischen Wirklichkeit und
Gemaltem unterscheiden kann. Solche Täuschungsbilder (oft besonders
aufwendig gestaltete Ölgemälde) erfreuten sich besonders im
Barock großer Beliebtheit).
In der Ausführung der Malerei sind kaum Malspuren
erkennbar. Die Detailgenauigkeit ist so hoch, dass auch scheinbar nebensächliche
Dinge in ihren wirklichkeitsgetreuen Beziehungen abgebildet werden. Mithilfe
des Hell-Dunkels bzw. des Licht-Schatten-Verhältnisses wird die Plastizität
der Objekte betont und die Zweidimensionalität des Bildes scheinbar
aufgehoben (Bild 4).
Künstlerische Form mit hohem
Grad der Nachahmung
(z. B. realistische Darstellung)
Die Abbildung erscheint wirklichkeitsgetreu, nicht Augen täuschend.
Malspuren bleiben in der Weise sichtbar, dass sie aus der Nähe deutlich
erkennbar sind und mit Abstand betrachtet, wieder die realistische
Wirkung der Form ergeben. Obwohl die Detailtreue recht hoch
ist, werden unwesentliche Dinge nur noch undeutlich gekennzeichnet bzw.
weggelassen. Das Helldunkel betont die Plastizität der Formen, lässt
sie aber nicht wirklich existierend erscheinen. Das Malerische bekommt
einen eigenen Wert (Bild 5).
Die künstlerische Form mit mittlerem
Nachahmungsgrad
(z. B. impressionistische Malerei)
Die Abbildung der Form in der impressionistischen
Malerei orientiert sich am Naturvorbild. Im Sinne der Gesamtwirkung
spielt die Detailtreue nur noch eine untergeordnete Rolle. Mit einem geeigneten
Farbauftrag und einem besonderen Farbmischungsverhältnis entsteht
der Eindruck z. B. von Gräsern oder Blättern, obwohl diese
nicht explizit als Gras oder Blatt ausgeführt werden. Dadurch bleibt
der Malprozess sichtbar und der Duktus dient zur Formcharakterisierung.
Licht und Schatten widerspiegeln nicht mehr die realen Hell-Dunkel-Verhältnisse,
sondern werden aus gestalterischen Aspekten eingesetzt (Bild 6).
Die künstlerische Form mit niedrigem
Nachahmungsgrad
(z. B. expressionistische Malerei)
Bildmotive der Wirklichkeit sind in der kubistischen
Malerei noch erkennbar, gewinnen aber durch individuelle Veränderung
von Form, Farbe und Bezügen einen eigenen künstlerischen Ausdruck.
Meist werden Formen auf das Wesentliche beschränkt, Details nur noch
verwendet, wenn ihnen eine tragende inhaltliche Funktion zugesprochen
wird. Der gestalterische Prozess ist deutlich sichtbar. Noch vorhandene
räumliche Tiefenwirkung entsteht nicht durch Hell-Dunkel-Modulation,
sondern durch die Eigenwirkung der Farben. Auch der Einsatz von Licht
und Schatten kann sich vom Wirklichkeitsbezug völlig lösen und
gestalterische Funktion übernehmen (Bild 7).
Die Entscheidung für eine bestimmte Bildform (starke Nachahmung, geringe Nachahmung) ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie: