Gleichgewicht ï¿? Schwerpunkt
Unser Körper
und unsere
eigene Körperhaltung
sind stets der Bezugspunkt, von dem aus wir
- andere Personen,
- die Umwelt,
- Gegenstände und auch
- Plastiken
einschätzen. Unser
Gleichgewichtssinn
gibt uns ein Gefühl für bestehende
Gewichtsverhältnisse,
indem sich unbewusst in sie hineinversetzt wird. So wie wir unsere Lage
als
- vertikal,
- horizontal oder
- schräg
einschätzen, können wir dies auf andere Verhältnisse übertragen.
Das gilt auch für Gefühle, die auf
Gewichtsverlagerungen
beruhen, wie
- schweben,
- beschwingt sein,
- fliegen oder
- schwer lastend.
Die Beobachtung
Gewichtsverteilung
ist also ein wichtiger Punkt, um die Grundaussage der Plastik zu erfahren.
Das können Aspekte sein wie
- Stabilität oder Labilität,
- Schweben oder Sinken,
- Bewegung,
- Ruhe oder Starre.
Da Bildhauer sich im besonderen Maße stets
mit der Darstellung menschlicher Figuren beschäftigt haben, gibt es
eine Vielzahl von Plastiken, die Haltungen einnehmen, die realen Bewegungen
nachempfunden wurden. Aber auch
- eine Überhöhung oder Verzerrung
(Bild 3)
ist möglich, wenn ein besonderer Aspekt betont werden sollte. Während
archaische Plastiken
z.B. noch mit gleichmäßig belasteten Füßen dargestellt
wurden und so eine
starre Körperhaltung
aufwiesen (Bild 1), wurde in der griechischen Frühklassik der
Kontrapost
(Bild 2) eingeführt. Dazu wurde das Spielbein vom Boden gelöst.
Eine gegenläufige, leichte Drehung des Oberkörpers glich diese
Bewegung aus, sodass ein ausgewogenes Verhältnis von
Be-
und Entlastung hergestellt wird. So konnten
dynamisch ausdrucksvolle Figuren geschaffen werden.