






Malerei
Die Welt der Griechen war farbig und bilderreich. Heute ist die farbige
Bemalung von Architektur- und Bildwerken manchmal noch in Spuren zu erkennen.
Nur durch die Werke antiker Schriftsteller und Nachahmungen in römischer
Zeit ist die Existenz von Bildern nachgewiesen. Statt Tafel-, Architektur-
und Wandmalerei hat sich aber die sogenannte Vasenmalerei (ital.
vaso = Gefäß) erhalten.
der Gefäße. Ab Mitte des 9. Jh. v.Chr. wurden figürliche Elemente - Tiere und Menschen - eingebunden und allmählich zu Friesen mit erzählendem Inhalt (Totenklage, Wagenrennen, mythische und religiöse Vorstellungen) erweitert (Bild 2 zeigt kreisende Vögel, Bild 3 zeigt ein Beispiel aus späterer Zeit, Ende des 5. Jh. v.Chr. ).
(1) Als Mäander bezeichnet man eine Zierform mit streng rechtwinkeligen, ornamentalen Mustern als eine fortlaufende Folge rechtwinkelig gebrochener Linien. Rundliche Formen nennt man dagegen den "Laufenden Hund".
Vasentypen und Gefäßformen
Bei den Vasen unterscheidet man
entsprechend ihrer Nutzung mehrere Typen:
Diese Funktionen erforderten eine Vielfalt von Gefäßformen, von denen die sogenannten
am bekanntesten geworden sind.
Daneben gab es u.a.
Schwarzfigurige und rotfigurige Vasenmalerei
Alle Vasen wurden auf der Töpferscheibe
gedreht und vor dem Brand bemalt. Das Malmaterial, feinen Tonschlicker,
gewann man aus besonderen Erden, die durch das Brennen eine schwarz glänzende
Oberfläche bekamen.
Diese sogenannte schwarzfigurige Vasenmalerei
(Bild 4) wurde um 530 v.Chr. in Athen von der rotfigurigen
Malerei (Bild 5) abgelöst. Figuren und Muster wurden nun nicht
mehr aufgetragen, sondern aus dem Untergrund ausgespart und mit linearen
Binnenzeichnungen versehen.
Archaische
und klassische Kunst
Die archaische Zeit (ab 700 v. Chr.) verstärkte regionale Unterschiede noch. Nun
versah man das gesamte Gefäß mit figürlichen Szenen. Zunächst
war Korinth mit sandgrundiger, schwarz
und rot bemalter Keramik führend. Im 6. Jh. v.Chr. kam Attika mit schwarzfigurigen Vasen hinzu.
Die klassische Epoche in
Athen ist nicht nur durch die rotfigurigen Vasen geprägt,
sondern auch, wie höchstwahrscheinlich in Wand- und Tafelmalerei üblich,
durch das Anwenden von Kontrapost, Verkürzungen, Schrägansichten
und Überschneidungen. Wie antike Schriftsteller berichteten, erfand
man gegen Ende des 5. Jh. v.Chr. die "Schattenmalerei" (skiagraphia).
Für die Vasenmalerei wurden statt der Umrissdarstellung nun flächig
gemalte Körper und Gewänder üblich. Die Figuren der Vasenmalerei
der hochklassischen Zeit zeigen bereits Ansätze von Zentralperspektive,
die die Darstellungen leicht räumlich erscheinen ließen. Leider
sind keine Beispiele erhalten. Der Maler ZEUIX soll Weintrauben so naturnah
gemalt haben, dass Vögel versuchten, sie anzupicken.
Wandmalerei
In den Königsgräbern
von Vergina (Nordgriechenland) - der Residenz des Makedonenkönigs
PHILIPP II. - sind Wandmalereien an der Fassade und den Innenräumen
entdeckt worden. Bei der Szene "Hades
entführt Persephone"
(um 350 v.Chr.) hält der Gott der Unterwelt die sich verzweifelt
wehrende Persephone im Arm und mit der anderen Hand lenkt er sein zweirädriges
Gefährt in die Unterwelt. Die dramatische Aktion des Geschehens wird
durch die unterschiedlichen Bewegungsrichtungen, die wehenden Haare und
gebauschten Gewänder noch gesteigert (Bild 6). An der Fassade des
Grabes PHILIPP II. befindet sich eine vielfigurige, bewegte Jagdszene
mit deutlicher Schattenmalerei.