Ziel des Industriedesign
Ziel des Industriedesigns
ist es, mit der Planung und Herstellung von Konsumgütern
die materiellen und ästhetischen Bedürfnisse der Menschen zu
befriedigen. Das setzt voraus, dass die vom Designer für die serielle
Fertigung entworfenen und produzierten Konsumgüter auch massenhaft
abgesetzt werden. So befindet sich der Designer einerseits in den Zwängen
der industriellen Fertigung (Rationalisierung, Standartisierung, Normierung,
Ökologie usw.) und andererseits muss er die an sich anonyme Käuferschicht
zielgerichtet bedienen. Das heißt, das Produkt muss sich auf einem
Markt behaupten, der heutzutage
durch folgende Faktoren gekennzeichnet ist.
Technisch-funktional und ästhetisch gleichartige Produkte überschwemmen
den Markt. Es kommt zu einer Art "Durchschnittsdesign",
aus dem sich auch hochwertige Produkte nicht mehr wesentlich herausheben
können.
Weiterhin erschwert der ständig wachsende wissenschaftlich-
technische Fortschritt, dass die
Produkte nach einem relativ langen Entwicklungs- und Produktionsweg den
Markt noch neuartig und einzigartig erreichen. Das betrifft auch die sich
ständig in Folge neuer Trends wechselnden ästhetischen Bedürfnisse,
die möglichst sofort bedient werden wollen (Bild 1).
Was bestimmt letztendlich den Kaufentschluss?
Hier zeigt sich, dass über die Verknüpfung von Entwurf, konstruktiver
Planung, kulturellen und ökologischen Bedingungen hinaus eine umfassende
Analyse der potenziellen Käuferschicht
erfolgen muss. Diese Analyse erfasst unter anderem biologische, finanzielle,
soziologische und geographische Faktoren einerseits, sowie Lebenssituation,
Lebenseinstellung oder Freizeitverhalten andererseits. Immer stärker
spielt eine gefühlsmäßige
Bindung des Käufers an das Produkt eine Rolle, man spricht auch
vom "emotionalen Design".
Wenn also Vermarktung, technische Funktionalität und ansprechende
Gestaltung optimal verknüpft werden, kann Industriedesign das Wirtschaftswachstum
steigern, erhebt aber auch die Frage nach der Notwendigkeit immer neuer
Gebrauchsgüter und der damit verbundenen Verschwendung von Ressourcen.
Gemeint sind damit in erster Linie natürlich die vorhandenen Rohstoffe,
aber auch der Einsatz von Energie, Kosten, Arbeitskraft und -zeit beim
Recyceln der zu häufig rasch "verbrauchten" Konsumgüter.
Gutes Design sollte deshalb vor allem langlebig sein.
Aber wer kauft ständig neue Stühle, wenn die alten auch nach
20 Jahren sich den möglicher Weise wechselnden Umgebungen anpassen,
pflegeleicht und stabil sind?