Mehrdeutige räumliche Illusion
Optische Wahrnehmung
hängt immer mit der menschlichen Erfahrung zusammen. Verschiedene perspektivische
Mittel haben aufgrund ihres logisch-rationalen Systems beim Menschen bestimmte
Erfahrungsmuster entwickelt. Dieses räumliche
Phänomen haben die
Surrealisten
ausgenutzt, um mit ihren Bildern
mehrdeutige
Räume entstehen zu lassen, die den Betrachter zu unterschiedlichen
Wahrnehmungen inspirieren können.
So stellt
SALVADORE DALI in seinem Bild
"Die Beständigkeit der Erinnerung"
"in einer öden, scheinbar endlosen
Traumlandschaft Metallobjekte dar, die unerklärlicherweise biegsam
sind. Metall lockt Ameisen an wie faulendes Fleisch. Die schlaffen Uhren
sind so weich wie überreifer Käse - sie sind, in DALIS
Worten, der Camembert der Zeit'. Die Zeit, als Strukturelement,
verliert jegliche Bedeutung" (zitiert aus MARC LAUTERFEL:
Die Gegenwart, online Magazin).
Ganz unterschiedliche räumliche Bezüge erscheinen, je tiefer man
in der Betrachtung des Bildes versinkt.
RENÉ MAGRITTE wiederum verbindet
in seinen Gemälden häufig Innen- und Außenraum auf rätselvolle
Weise und beschäftigt sich mit der Problematik von Abbild und Realität.