

Erhabenes Relief-"versenktes"
Relief
Bei der Betrachtung wird generell zwischen einem "erhabenen"
und einem "versenkten" Relief
unterschieden. Man betrachtet, inwieweit eine Form aus dem Ausgangsblock
herausgearbeitet wurde -
"erhabenes" Relief - oder ob eine Form in den Block
eingelassen wurde, sodass es zwar Formen gibt, die Plastizität aufweisen,
die aber von der Seite betrachtet keine Erhebungen aufweisen, die den
Ausgangsblock überragen - "versenktes"
Relief.
Bei einem erhabenen Relief können sich die Wölbungen in verschiedenen
Graden von der Grundplatte abheben. Solange es noch Verbindungen zu der
Platte gibt, spricht man von einem Relief (Bild 1).
![]() versenktes Relief |
![]() erhabenes Relief |
Flachrelief-Halbrelief-Hochrelief
Nach Grad der Erhebung unterscheidet
man Flach-, Halb-, Hochrelief.
Das Flachrelief hebt sich
nur geringfügig von der Platte ab, schafft aber durch das Licht-Schattenspiel
eine große Plastizität.
Bei dem Halbrelief weisen die
Elemente eine größere Erhabenheit auf, bleiben aber in der
räumlichen Ausdehnung noch hinter dem originalen Volumen der realen
Vorgabe zurück.
Erst beim Hochrelief wird eine
räumliche Ausdehnung erreicht, die proportional dem realen Volumen
entspricht, das die dargestellten Elemente aufweisen (Bild 2).
Flachrelief |
![]() Halbrelief |
![]() Hochrelief |
![]() Unterschneidung |
Unterschneidung
Von einer Unterschneidung
spricht man, wenn eine konkave Form sich bis zur Grundplatte ausdehnt.
Geht diese Form weiter und löst die Figur von der Hintergrundplatte,
sodass eine Öffnung entsteht, spricht man von einer Hinterschneidung
(Bild 3).
Der Künstler entscheidet je nach Aussageabsicht, welchen Grad der
Auswölbungen er einsetzt. Dabei kann er alle Stufen einsetzen, oder
sich auf nur ausgewählte Stufen konzentrieren.
Vollplastik oder
Relief?
Wenn eine Plastik keinen Kontakt mehr zu einer Hintergrundplatte hat,
spricht man von einer Vollplastik.
Diese kann auf unterschiedliche Art ausgearbeitet worden sein, je nachdem
für welchen Aufstellungsort sie bestimmt ist. Steht die Plastik in
einer Nische, so dass sie nur von vorn betrachtet werden kann, dann ist
die Rückseite meist wenig bearbeitet. Man nennt dies eine einansichtige
Form. Bei mehransichtigen Plastiken kann man alle Seiten betrachten, aber
eine Ansicht ist meist der Träger der Hauptaussage. Die Einbeziehung
aller Ansichten, also ein Zusammenfassen aller Eindrücke und Aussagen,
erfordert eine allansichtige Plastik. Man muss also diese Plastik umschreiten.
Je nach Blickwinkel des Rezipienten ändern sich die Silhouette und
die Erfahrbarkeit der Einzelformen.