



Kurzer historischer Rückblick
Die Mosaikkunst1)
gehört zu den ältesten künstlerischen Techniken.
Grundlage der Mosaikkunst ist das Zerschlagen von Steinen zu kleinen Würfeln
und das Einsetzen in eine noch weiche Mörtelschicht (Bild 1).
sogenannte Tonstiftmosaiken
sind bereits seit etwa 3 400 v. Chr. in der mesopotamischen
Kultur bekannt. Sie schmückten z. B. die Wände und Säulen
der Tempelfassaden in der babylonischen Hauptstadt.
Die sogenannten Schüttungsböden
aus dem 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. in Kleinasien und
dem mykenischen Griechenland zählen ebenfalls zu den Vorläufern
des Mosaiks. Diese Vorläufer bestanden aus geschütteten Kieselsteinen
ohne Verzierung.
1) Mosaik - französ. Mosaique, über italien. mosaico, musaico: Flächendekoration, meist aus kleinen farbigen Natursteinen oder speziell zugeschnittenen Stücken von verschiedenem Material, die in einem Mörtelbett zu Ornamenten und Bildern zusammengesetzt sind.
Ab dem 9. und 8. Jh. v. Chr. sind Kieselmosaikböden
in Kleinasien und Syrien bekannt.
Ab dem 2. Jh. v. Chr. werden die Kiesel abgelöst von
den Tessera, den geschnittenen, vorwiegend polygonalen Steinen. Die frühesten
Tesseramosaiken
(Opus tesselatum) finden sich in Delos (Griechenland; Bild 2).
Im 2. und 1. Jh. v. Chr. entstanden naturalistische Darstellungen
mit Jagd-, Masken-, Theaterszenen und die ersten dreidimensionalen Motive.
Aus dieser Zeit verfügt Rom über die eindrucksvollsten Zeugnisse
der Mosaikkunst.
Römische Mosaikkunst
Römische Mosaikkunst fand sich in öffentlichen Gebäuden
und privaten Palästen und Villen als Bodenmosaik.
Die frühesten Mosaiken des 2. und 1. Jh. v. Chr. waren
schwarze Zeichnungen auf hellem Grund (Bild 3).
Die Römer verbreiteten ihre Mosaikkunst über den gesamten Mittelmeerraum.
Etwa um 150 v. Chr. wurde das Bodenmosaik in Rom bekannt. Zunächst
waren es griechische Künstler, die die Mosaiken herstellten. Aber
schon bald entwickelten sich im gesamten römischen Imperium Mosaikwerkstätten.
Die bedeutendsten Mosaikfunde
machte man in Pompeji und Herculaneum. In Pompeji entdeckte man das berühmte
Alexandermosaik, das etwa um 100 v. Chr.
geschaffen worden war.
Das Alexandermosaik
Dieses Alexandermosaik
besteht aus mehr als vier Millionen Steinchen, die etwa vier Quadratmillimeter
groß sind. Das gesamte Mosaik misst 5,2 mal 2,7 Meter. Heute
müssten etwa fünf bis sechs Künstler ein Jahr lang arbeiten,
um dieses Kunstwerk zu schaffen (Bild 4).
Weitere berühmte Werke römischer Mosaikkunst können in
Aquilea, Piazza, Armerina/Sizilien und in Antiochia (Syrien) bewundert
werden.