

Sakralbauwerke
Sakralarchitektur
(lat. sacer = heilig) ist die zusammenfassende Bezeichnung
für alle Bauten, die kultischen und religiösen Zwecken dienen:
Tempelbau
Schwerpunkt der Sakralarchitektur im europäischen Raum waren Tempelbau
und Kirchenbau.
Im griechischen Tempel (Video 1) erhielt
das Kultbild einer bestimmten Gottheit eine "Wohnung", ein "Haus".
Dieses "Haus für den Gott" wurde
zur Verkörperung einer Idee von Ordnung, Maß, Proportion
und Gleichgewicht. Die Gläubigen versammelten sich außerhalb
des Tempels, umschritten ihn in feierlicher Prozession und brachten auf
dem Altar im Freien ihr Opfer dar. Zugang zum Tempelinneren hatten nur
die Priester.
Griechische Tempel wirkten im Wesentlichen
durch ihr Äußeres. Ein statisch bedingter enger Säulenabstand
verhinderte die Entstehung geräumiger Innenräume.
Großartige Innenraumlösungen wurden mit den technischen Möglichkeiten
des Bogen- und Kuppelbaus seit der römischen
Antike möglich.
Die Sakralarchitektur des Pantheons (griech. pan = alle und theoi = Götter; bezeichnet ein allen Göttern geweihtes Heiligtum oder auch die Gesamtheit aller Götter einer Religion) in Rom (ca. 118-128 n.Chr., Bild 1) symbolisiert kosmische Ordnung. Eine großartige Halbkugel bildet die Vorstellungen vom Himmelsgewölbe nach. Durch eine Öffnung (8,7 m im Durchmesser) im Scheitelpunkt der Kuppel (43,3 m im Durchmesser) kann der wirkliche Himmel betrachtet werden. Das von oben einfallende Licht belebt den Innenraum und steigert die symbolische Bedeutung eines für sämtliche Götter gedachten Bauwerkes. Die kreisrunde Cella (lat. = Kammer, fensterloser Kernraum des antiken Tempels mit dem Kultbild) ist 43,3 m hoch und von Nischen und Apsiden (Nebenräume) umgeben. 140 Kassetten (vertiefte Felder) in der Kuppel reduzieren nicht nur deren Gewicht, sondern tragen entscheidend zur Innenraumdekoration bei (Bild 2). Das Pantheon wurde 609 n.Chr. zu einer christlichen Kirche umfunktioniert.