


Wenn eine Plastik keinen Kontakt mehr zu einer Hintergrundplatte hat, spricht man von einer Vollplastik. Diese kann auf unterschiedliche Art ausgearbeitet worden sein, je nachdem, für welchen Aufstellungsort sie bestimmt ist.
Ansichtigkeit
Steht die Plastik in einer Nische oder an der Wand, sodass sie nur von
vorn betrachtet werden kann, dann ist die Rückseite meist wenig bearbeitet.
Man nennt dies eine einansichtige Form (Bild
1).
Bei mehransichtigen Plastiken (Bild
2) kann man alle Seiten betrachten, aber meist ist nur eine Ansicht der
Träger der Hauptaussage.
Die Einbeziehung aller Ansichten, also ein Zusammenfassen aller Eindrücke und Aussagen, erfordert eine allansichtige Plastik (Bild 3). Man muss also diese Plastik umschreiten. Je nach Blickwinkel des Rezipienten ändern sich die Silhouette und die Erfahrbarkeit der Einzelformen. Nicht nur Raumausdehnungen (Höhe, Länge, Breite) von geschlossenen Räumen beeinflussen ihre Wirkung auf den Betrachter, sondern auch die Ausgestaltung der Umgebung von Skulpturen im Freien:
"Plastik im Freien sieht kleiner aus, als wenn man sie in geschlossenen Innenräumen sieht. Die Landschaft, die Wolken, der Himmel zehren an der Plastik und verringern ihre Maße, dünne, lineare Formen gehen leicht verloren" (HENRY MOORE).Körper-Raum-Bezug
Plastiken sind jedoch nicht notwendigerweise Raumplastik oder Kernplastik. Sie können beides zugleich sein (Bild 4), wie MAX ERNSTs Skulptur "Capricorn" (Video 1, deutsch "Steinbock").
Licht-Schatten