

Entstehung
Acid House entstand 1988 in
der Londoner Diskotheken-Szene und verband sich hier insbesondere mit
Klubs wie
die zur Avantgarde unter den elektronischen Tanzmusiktempeln gehören.
Der Stil ging aus einem auf der Chicagoer
House Music basierenden Musik- und Tanzkult hervor, der aus dem Disko-Erlebnis
eine regelrechte Tanzekstase zu machen
suchte.
Die Basis dafür bildete - ähnlich wie bei der amerikanischen
House Music - die Praxis der Diskjockeys, vorliegende Plattenveröffentlichungen
zu komplexen Dance-Mix-Versionen zusammenzufahren.
Hier sind es in der Regel allerdings nur je zwei Songs aus dem gängigen
Diskotheken-Repertoire, die das Ausgangsmaterial solcher Musikmixturen
bilden. Aus ihnen wird durch
ein Rhythmusteppich hergestellt, der durch eine live dazu agierende Perkussionsgruppe noch eine zusätzliche Dimension erhalten kann. So wird es möglich, die rhythmische Intensität entsprechend der Situation kontinuierlich zu steigern, was die Tänzer schließlich buchstäblich in Ekstase versetzt. Das "Acid" in der Bezeichnung, die von der britischen Musikpresse geprägt wurde, verweist auf die hier verbreitete Verstärkung dieses Effekts durch illegale Rauschmittel bzw. Drogen (LSD und Exstacy).
Musikalische Eigenschaften
Obwohl die Grenzen zu Techno fließend
sind und Acid House einen ähnlich geschichtete Klangaufbau über
einem mechanischen 4/4-Beat mit ca. 140-170 bpm
(beats per
minute) aufweist, unterscheidet sich
dieser Stil durch
doch deutlich von allen Techno-Varianten. Die Grundlage für diesen
Sound ist der Gebrauch einfacher Tongeneratoren
in Kombination mit diversen Frequenzfiltern. Insbesondere der Einsatz
des Roland TB-303 - ein
in diesem Zusammenhang legendär gewordener analoger Bass-Synthesizer
der US-Firma Roland Corp. (das TB steht für "Transistor
Bass", Hörbeispiel 1)
- ist mit seinen "sägenden" Basslinien charakteristisch
für den Acid-Sound geworden. Das Gerät erzeugt Schwingungen
mit Rechteck- oder Sägezahncharakteristik, was diesen spezifischen
Klangcharakter bedingt. Es wurde häufig in Kombination mit dem ebenfalls
analog basierten Rhythm Composer der gleichen Firma, dem Roland
TR-909 ("Transistor Rhyhtmus"
- ein Rhythmus-Synthesizer, Hörbeispiel 2), eingesetzt.
Entwicklung
Zum Auslöser der Acid-Welle, die 1988 ihren Höhepunkt erreichte,
wurde die Veröffentlichung der LP "Acid
Tracks" (1986) von PHUTURE:
gelten als Prototypen dieser Musik. Einen maßgeblich Einfluss auf die Entwicklung des Acid House hatte das unter dem Pseudonym COLDCUT firmierende britische Produzententeam MATT BLACK (* 1961) und JONATHAN MOORE (* 1960), beide ursprünglich Diskjockeys, die mit
zwei virtuos gemischte und für dieses Genre Maßstab setzende Produktionen vorlegten.
Viele der zumeist von Diskjockeys geleiteten und oft nur kurzlebigen Band-Projekte wurden dann vor allem durch verschiedene Maxi-Versionen ihrer Titel bekannt; dazu gehören etwa auch
Eine der Schlüsselfiguren dieser Musik ist noch immer der amerikanische DJ und Produzent TODD TERRY (* 1967).
Acid House gehört heute zum Standard-Repertoire in vielen Clubs
und Diskotheken, allerdings ohne die Live-Percussion-Ergänzung, die
es nur in den Anfangsjahren gegeben hat.