Zwischen diesen Polen breitete sich dann das sehr differenzierte Spektrum von Folk-Rock-Versionen aus, in denen der Synthese aus traditionellem Volkslied und großstädtischem Rock die verschiedenartigsten, klanglich zumeist sehr reizvollen musikalischen und stilistischen Kombinationen abgewonnen wurden.
Entwicklung des Folk Rock
In den USA gab BOB DYLAN (* 1941,
Bild 1) den Anstoß zum Folk Rock, als er 1965 auf dem Newport
Folk Festival mit einem elektrisch verstärkten Instrumentarium
aufwartete und dem amerikanischen Folksong damit die Richtung zum Rock
wies. Die Gruppe THE BYRDS mit
ihren frühen Produktionen gehörte in den USA zu den ersten,
die diesen Impuls aufgriffen. Sie gehörte dann zu den wichtigsten
Repräsentanten des neuen Musikstils.
In England war es 1968 die Gruppe
FAIRPORT CONVENTION, die die ersten
Folk-Rock-Titel im eigentlichen Sinne - auf das Rockinstrumentarium
übertragene altenglische Lieder - herausbrachte. Aus ihren Reihen
rekrutierte sich dann eine größere Anzahl, oft allerdings nur
kurzlebiger britischer Folk-Rock-Bands.
Den Hintergrund für diese Entwicklung bildete in Westeuropa wie den
USA die Studentenbewegung mit ihrer
Suche nach einer alternativen Kultur und Lebensweise, der das Konzept
des Folk Rock auf seine Weise Ausdruck verlieh. Unter dem Druck der sozialen
und politischen Realität um die Wende zu den 1970er-Jahren hielt
der Utopieanspruch der Studentenbewegung nicht stand, und mit ihr zerfiel
auch die Folk-Rock-Bewegung zu einer im internationalen Musikgeschäft
kaum mehr registrierten Erscheinung im kommerziellen Pluralismus der Stile
und Richtungen des Rock.
Einen letzten großen Höhepunkt des Folk Rock brachten 1970/71
die Produktionen des amerikanischen Quartetts CROSBY,
STILLS, NASH & YOUNG.
Auch wenn fast nie mehr in den Charts, so ist diese Spielart der Rockmusik
doch im Musikleben noch immer präsent.