

In die Musik ist diese Bezeichnung übernommen worden, um jene Eigenschaften
der Spielweise eines Musikers zu umschreiben, die besonders eng mit dem
spezifischen Lebensgefühl der Afroamerikaner
sowie den Traditionen ihrer Kultur verbunden sind. "Funky"
wird die Spielweise einer Phrase, einer Melodie oder auch eines ganzen
Musikstücks dann, wenn die Musiker durch Rückgriff auf das Repertoire
an intensitätssteigernden Mitteln aus der Tradition der afroamerikanischen
Musik ihrem Spiel eine besondere rhythmische und emotionale Intensität
geben.
In diesem Sinne findet sich der Begriff bereits Mitte der 1950er-Jahre
in der als Bebop (Hörbeispiel 1)
bezeichneten Spielweise des Jazz. Sie
gibt es in einer Variante, die auch als Funky
Jazz bekannt war.
Funk als Stilkategorie
Später engte sich der Gebrauch des Begriffs auf einzelne Musikstücke
ein, die über einem federnden Beat und einer dominanten, aber beweglichen
Bassführung in einem rhythmischen Wechselspiel von kurzen, abgehackten
Phrasen und Melodiefloskeln abliefen (Hörbeispiel 2). In diesem
Zusammenhang tauchte der Begriff ab 1967 in Titelüberschriften wie
"Funky Broadway" (DYKE AND
THE BLAZES, 1967) oder "Funky Chicken"
(WILLIE HENDERSON, 1970) auf.
Mit dem Erfolg von "Funky
Worm" (1973) der OHIO
PLAYERS setzte sich der Begriff als eigenständige Stilkategorie
der afroamerikanischen Popmusik durch. Allerdings findet sich das Spielkonzept,
das nun unter "Funk" firmierte, schon viel früher in der
afroamerikanischen Popmusik. Nachträglich wurde dann auch "Outta
Sight" (1956) von JAMES
BROWN (* 1928, Bild 1) aus den 1950er-Jahren zur ersten Funk-Produktion
gekürt, was musikalisch nicht falsch ist, auch wenn es Funk als Stilbezeichnung
damals noch gar nicht gab.
In den 1970er-Jahren verband sich der Begriff dann mit einem tanzorientierten
und rhythmisch intensiven Spielkonzept, das innerhalb der afroamerikanischen
Musik als Gegenpol zum stärker auf Gemeinschaftserfahrung und emotionale
Intensität hin angelegten Soul verstanden war. Charakteristische
Kennzeichen blieben
Als "Erfinder" solcher perkussiven Basslinien gilt LARRY
GRAHAM (* 1946), damals Bassist von SLY
& THE FAMILY STONE, einer stilbildenden und in den 1970er-Jahren
immens populären Band, die maßgeblich zur weltweiten Verbreitung
dieser Form der afroamerikanischen Musik beigetragen hat.
Eine entscheidende Rolle für die Herausbildung dieses Spielkonzepts
kommt ferner GEORGE CLINTON
(* 1940) zu, der Ende der 1960er-Jahre parallel mit den Gruppen PARLIAMENT
und FUNKADELIC arbeitete und damit
richtungweisend wurde. Weitere wichtige Repräsentanten waren KOOL
& THE GANG und vor allem EARTH,
WIND AND FIRE.