



Anschließend wirkte er immerfort als Kapellmeister. Seine Stellen waren bis 1561 an S. Giovanni in Laterno, von 1561-1566 an S. Maria Maggiore (Bild 2), der dritten Hauptkirche Roms, von 1567-1571 am Hofe des Kardinals IPPOLITO DESTE in Rom und schließlich konnte er ab 1571 in sein altes Amt an die Peterskirche (Bild 3) zurückkehren, wo er bis zu seinem Tode wirkte.
Schaffen
Von PALESTRINA sind rund 950 Werke, darunter 202 Motetten, 94 Messen (davon besonders
berühmt die 6stimmige Missa Papae Marcelli (um 1562) und die Benedicta-Messe),
68 Offertorien, 36 Lamentationes, 33 Madrigale, 12 Litaneien u. a. m. überliefert.
Das Werk PALESTRINAs im Zeitalter der Renaissance gilt als Höhepunkt der mehrstimmigen Vokalmusik. Sein Stil verbindet kontrapunktische Kunst mit melodischem und harmonischem Erfindungsreichtum. Sein Ideal ist der A-capella-Satz (stile antico, ecclesiastico, grave).
PALESTRINA-Stil
Merkmale des sogenannten PALESTRINA-Stils sind
Der PALESTRINA-Stil wurde zum offiziell anerkannten Vorbild der Kirchenmusik. Aufgrund des Tridentiner Konzils (1545-1563), dessen Bestrebung es war, die Vieltextigkeit geistlicher Werke sowie die weltlichen Einflüsse zu beseitigen und den Grundtext als geistliches Gut klar hervortreten zu lassen, wurde sein Stil zum stile ecclesiastico schlechthin erklärt. PALESTRINA verstand es nämlich, durch Billigung des würdevollen, die Worte genau berücksichtigenden Stils der Kompositionen eine befriedigende Lösung zu schaffen. Sein Einfluss auf die Kompositionen des strengen Satzes, der später "prima practica" genannt wurde, blieb jahrhundertelang bestimmend. Im 19. Jahrhundert fand eine Wiederbelebung PALESTRINAs statt und es folgten Aufführungen und Stilkopien.
