







GIUSEPPE VERDI (Bild 1)
wurde am 10.10.1813 in Le Rocole in der Provinz Parma in eine alteingesessene
Familie von Bauern, Handwerkern und Händlern geboren. Ersten Musikunterricht
erhielt er von dem Organisten seiner Geburtsstadt sowie ab 1824 auf dem
Gymnasium. 1832 ging VERDI nach Mailand, wurde dort jedoch am Konservatorium
abgelehnt und nahm privat Unterricht bei VINCENZO
LAVIGNA (1776-1836).1836 übertrug man ihm dann die Leitung
des städtischen Orchesters und der Musikschule in Busseto.
VERDIs erste Oper "Oberto"
(1839) wurde bei ihrem Debüt in Mailand positiv aufgenommen, sein
zweites Werk "Un giorno di regno"
(1840), eine Opera buffa, dagegen war
ein Misserfolg.
Die 1840er-Jahre
Mit der Oper "Nabucco" (Hörbeispiel 1), in der VERDI erstmals seinen ernsten, dramatischen Personalstil
fand, hatte er dann 1842 durchschlagenden Erfolg in Mailand. Die Oper
erzählt vom Kampf der Despoten und der leidenden Gefangenen im antiken
Babylon; am Ende siegen Freiheit und Gerechtigkeit. Der Klagechor der
jüdischen Gefangenen aus dieser Oper wurde in Italien zur Hymne des
Risorgimento, einer politischen Bewegung,
die für die Einheit des Landes und soziale Reformen kämpfte.
VERDI war stark am politischen Geschehen beteiligt und sein Name wurde
zur Parole für die Unterstützung von Viktor Emanuel II: Vittorio
Emanuele RE
D'ITALIA.
Bis 1850 folgten 12 weitere Opern, weshalb VERDI diese Jahre später
seine "Galeerenjahre" nennen sollte; darunter
Musikalisch knüpft VERDI an die Tradition
der italienischen Gesangsoper an, wie sie von
geprägt worden war, doch er zielt mehr auf eine dramatisch glaubwürdige Darstellung der Charaktere als auf die reine Schönheit des Gesangs. Es ist die Psyche der Figuren, die bei VERDI die Musik motiviert. Das veranlasste ihn zu intensiver Beschäftigung mit den Libretti seiner Opern, zu denen er sich häufig von literarischen Werken inspirieren ließ. Seine Librettisten folgten akribisch seinen Textvorstellungen.
Die 1850er- und 1860er-Jahre, mittlere
Schaffensperiode
Die Opern
bildeten den Höhepunkt von VERDIs Ruhm. "Rigoletto" nach
einer Vorlage von VICTOR HUGO (1802-1885,
Bild 2) war ein typisches Charakterdrama, "Il trovatore"
in erster Linie eine Gesangsoper, bevor in "La Traviata" (nach
dem Drama "Die Kameliendame" von ALEXANDRE
DUMAS (1824-1895, Bild 3) beide Elemente miteinander
verschmolzen. Charakteristisch für VERDIs Schaffen wurde die große,
vielfach gegliederte Ensembleszene, in der die traditionellen Teile der Oper
zu einem zusammenhängenden Ganzen verwoben sind. Das Orchester
begleitet den Gesang mit hochromantischem Klangbild, das jedoch nicht
sinfonisch konzipiert ist wie bei RICHARD
WAGNER (1813-1883).
VERDIs Dramatisierung wurde
von der französischen Grand
Opéra beeinflusst, die dem Chor und großen Massenszenen entscheidende
Bedeutung einräumte. Erstmals lässt sich dieser Einfluss in "Les vêpres siciliennes" (1855) bemerken und er blieb für das weitere Werk VERDIs entscheidend.
Zur Eröffnung des Suez-Kanals in Ägypten komponierte VERDI die "Aida" (1870, Hörbeispiel 2), deren Aufführung
jedoch um ein Jahr verschoben werden musste, da die Kulissen und Kostüme
aufgrund der deutschen Belagerung der Stadt nicht aus Paris an den Kanal
gebracht werden konnten.
Weitere Opern dieser Phase waren u. a.
Alle Kompositionen waren Auftragswerke von Opernhäusern in ganz Europa, darunter Paris und St. Petersburg.
Das Spätwerk"Otello" (1887) ist das stärkste
seiner Charakterdramen, dessen Musik fast kammermusikalisch konzipiert ist, da alle Komponenten
subtil aufeinander abgestimmt sind und so zur Gesamtwirkung der Oper beitragen.
Anstelle des üblichen Wechsels von Rezitativ und Arie trat ein Gesangsstil,
der in jedem Moment dem dramatischen Geschehen angepasst war. Mit "Falstaff"
(1893) schuf VERDI noch einmal eine Komödie im Stil der Opera buffa,
wobei er die Gattung entscheidend veränderte. In "Falstaff"
ist die Gliederung der Oper in einzelne Nummern endgültig aufgehoben
und die Vertonung folgt dem Sprachgestus des Librettos.
VERDI verfügte, dass sein gesamtes Erbe und alle Einnahmen aus seinen
Opern einem von ihm gegründeten Altersheim für Musiker in Mailand
zugutekommen sollten und nannte diese Einrichtung das Beste seiner Werke.
Er starb am 27.01.1901 in Mailand.
Werke
Zu VERDIs Werken gehören u. a.: