HANS
WERNER HENZE (Bild 1) wurde am 1. Juli 1926 in Gütersloh
geboren. Er begann im Mai 1946 am kirchenmusikalischen Institut in Heidelberg
sein Musikstudium - u. a. bei
WOLFGANG
FORTNER -, das er 1948 beendete. In den späten 1940er-Jahren
kam er in Kontakt mit den Darmstädter Ferienkursen und dem Konzept
des
Serialismus.
HENZE verwob diese Kompositionstechnik mit seinem neoklassizistischen Stil.
Sein kompositorisches Können erprobte er zunächst in sämtlichen
musikalischen Gattungen:
- Musiktheater,
- Vokalmusik,
- Konzerte und Sinfonien
- sowie Kammermusik und
- Solostücke.
Von 1948 bis 1952 arbeite HENZE als Ballettdirigent
in Konstanz sowie am Wiesbadener Staatstheater, was mit einer Reihe von
Ballettkompositionen verbunden war. Nach
diversen persönlichen Problemen verließ er Deutschland und ging
1953 nach Italien. Dort schrieb er in den ersten drei Jahren an seiner Oper
"König Hirsch" und inszenierte
in Neapel und Rom seine Oper
"Boulevard
Solitude". 1957 wurde das Ballett
"Undine"
beendet, zwei Jahre später die Oper
"Der
Prinz von Homburg". Mit der Schriftstellerin
INGEBORG
BACHMANN (1926-1973, Bild 2), die ebenfalls in Italien
lebte, verband ihn eine intensive Künstlerfreundschaft. Sie lieferte
ihm die Textgrundlage zur komischen Oper
"Der
junge Lord" (1965). Mit der Uraufführung der Oper
"Bassarids"
bei den Salzburger Festspielen wurde er zu einem gefeierten Komponisten.
Seit Ende der 1960er-Jahre bestimmten die politischen Ereignisse (Studentenbewegung,
Vietnamkrieg) seine Kompositionen, aber auch seine Äußerungen
und sein öffentliches Handeln. So waren daraufhin fast alle Werke politisch
motiviert, was sich in den Texten, den Themen und auch in der Gestaltung
der Musik widerspiegelt. Sein Hauptwerk war das Oratorium
"Das
Floß der Medusa" und als
Abschluss dieser politischen Periode
"Actions
for Music" (1973-75). Seit Mitte der 70er-Jahre war es
sein Ziel, künstlerische und
kulturpolitische
Arbeit miteinander zu verbinden und dazu initiierte und leitete er
verschiedene Projekte und Musikwerkstätten.
- So gründete er 1976 die Kunstwerkstätten
von Montepulciano und
- 1988 die Münchner Biennale für
Neues Musiktheater.
HENZE hatte bis 1991 in Köln eine Professur
für Komposition inne. Er wurde mit mehreren Künstlerpreisen
ausgezeichnet und ist Ehrenmitglied der Kunstakademien von
Werkgruppen
- Werke für das Musiktheater:
- Oper,
- Ballett;
- Vokalwerke für Chor:
- Oratorium "Das Floß der Medusa" (1968),
- Kantate;
- Vokalwerke für Solostimmen:
- Orchesterlieder,
- Konzertarien;
- 9 Sinfonien,
- 2 Violinkonzerte,
- 2 Klavierkonzerte,
- div. Kammermusik.