

Über das Leben von HENRY PURCELL (Bild 1) ist nur wenig bekannt. So ist auch das genaue Geburtsdatum nicht überliefert, wird jedoch auf das Jahr 1659 datiert. Sein Vater THOMAS war Hofmusiker in der Sängerkapelle "Chapel Royal" unter König CHARLES II. Hier erhielt HENRY PURCELL auch seine musikalische Ausbildung und trat bereits im Alter von 18 Jahren eine Stelle als Organist an.
1677 wurde er bei Hofe "Composer for
the violins" und füllte ab 1679 in der Nachfolge
JOHN BLOWS (1649-1708) das Amt des Organisten der Westminster
Abbey aus. 1682 folgte er dem Ruf zurück an den Königshof und
wurde Organist der "Chapel Royal",
zwei Jahre später wurde er zum Hofkomponisten und königlichen
Instrumentenverwalter ernannt.
Am 21.11.1695 starb HENRY PURCELL 36-jährig; die Kosten für ein Begräbnis in der Westminster Abbey (Bild 2) übernahm der englische Hof.
Werk
Das Gesamtwerk PURCELLs setzt sich aus
zusammen, die ihn in der Öffentlichkeit bekannt machten. Gegenüber der in England vorherrschenden Theatertradition konnten sich die Formen italienischer oder französischer Opern nicht durchsetzen. Bei PURCELLs Semi-Operas handelt es sich daher um Zwischenaktmusiken in den von englischen Bühnen bevorzugten Maskenspielen mit
Die Kompositionen richteten sich hierbei meistens nach literarischen Vorlagen, wie etwa SHAKESPEAREs (1564-1616) "A midsummer nights dream" (Ein Sommernachtstraum).
Der Kirchen- und auch der Festmusik HENRY PURCELLs liegt die zentrale Gattung der motettenähnlichen Anthems zugrunde, die er mit imitatorischen Einsätzen und polyphoner Stimmführung
Beispiel hierfür ist PURCELLs "My
heart is inditing" (1685), komponiert zur Krönungsmesse
JAMES II.
Ähnlich verfährt der Komponist mit seinen Kammermusiken, die
sich im Unterschied zur Festmusik durch ihre kunstvoller komponierten
Strukturen auszeichnen und in ihren Formen wiederum an Traditionelles
anknüpfen (Sonaten, Fantasien); in ihrem kompositorischen Prinzip
jedoch vom modalen Denken hin zu harmonischer Klangstruktur streben.
Das populärste Werk PURCELLs jedoch ist die 1689 komponierte und
uraufgeführte dreiaktige Oper "Dido
und Aeneas". Die Bedingungen
des Aufführungsortes, ein Mädcheninternat in Chelsea, haben
dabei offensichtlich Besetzung und Ablauf der Oper mitbestimmt. Die Besetzung
sieht ein Streichorchester mit einem aus überwiegend Frauenstimmen
bestehenden Chor vor, es sind etliche Ballettszenen vorgesehen, auf große
Arien wird verzichtet. Kennzeichnend ist PURCELLs Vertonung und Umgang
des Librettos, dem VERGILs "Aeneis" zugrunde liegt.
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