Die Anfänge (1985-1992)
Hip-Hop - die Jugendkultur wie die dazugehörige Musik -
gelangte mit Filmen
wie
Das "Gewußt wie" von Breakdance, Grafitti und Scratching
stand anfangs hoch im Kurs, da Informationen über die in diesen Filmen
attraktiv dokumentierten Techniken völlig fehlten. Doch es dauerte
nicht lange und Deutschland hatte seine eigene Hip-Hop-Szene, zunächst
noch epigonal und ganz von der Anstrengung beherrscht, den Vorbildern
aus den USA möglichst nahezukommen.
Ab 1988 aber wurden auf den "Jam"
genannten Szenetreffen - das erste
fand schon 1987 in Dortmund-Marten statt - die Umrisse einer eigenständigen
deutschen Hip-Hop-Kultur sichtbar. Es reisten hierzu nicht nur Vertreter
aus Frankfurt, München, Köln oder Hamburg an, sondern auch aus
Orten, die wie Gießen, Aschaffenburg, Mainz, Lüdenscheid, Mühlheim
oder Offenbach auf der Pop-Landkarte eher weiße Flecken waren. Gerade
dort, wo bislang wenig los war, entstanden nun die Kristallisationskerne
einer neuen Jugendkultur, die mit
auch ihre eigenständigen musikalischen Repräsentanten fanden.
Schon bald allerdings kristallisierten sich die Städte Stuttgart,
Frankfurt und Hamburg als die kreativen Zentren
der deutschen Hip-Hop-Szene heraus, ohne deshalb der flächendeckenden
Ausbreitung der Szene hinderlich zu sein.
Hip-Hop als neue deutsche Popmusik
Mit dem Erfolg der deutschen Rapper gelangte die deutschsprachige
Popmusik wieder ins öffentliche Bewusstsein zurück. Gerappt
wurde nun allerorten. Ende der 1990er-Jahre gab es wohl kaum eine deutsche
Kleinstadt mehr, die nicht stolz auf ihre Hip-Hop-Szene verweisen konnte. Hip-Hop in Deutschland ist seither sowohl eine ausdifferenzierte Subkultur als auch ein Medienprodukt,
an das sich viele Hoffnungen der durch die wirtschaftliche Gesamtsituation,
aber auch durch File-Sharing und Selbstgebranntes arg gebeutelten Musikindustrie
knüpften.
Eine eigenständige Ausprägung von Musik und Kultur des Hip-Hop
ist die deutsch-türkische
Szene, in der die deutsch-türkischen
Jugendlichen Zusammenhalt und Anerkennung finden. Hip-Hop-Crews wie
waren die ersten, die in Deutschland auf Türkisch rappten. Die Szene ist immens populär und hat etwa
Alte Schule - Neue Schule
Auch der deutsche Hip-Hop kennt, ähnlich wie der US-amerikanische
Rap, den Gegensatz von "Alter Schule" und "Neuer Schule",
wobei die Begriffe "Alte
Schule" und "Neue
Schule", mit ihren amerikanischen
Äquivalenten "Old School" und "New School" nicht
zu verwechseln sind. Entlang dieser Grenzlinie zwischen "neu"
und "alt" wird ein heftiger Konflikt um Anerkennung und Legitimität
ausgetragen.
Die Hip-Hopper der alten Schule und die, die sich auf sie berufen, verstehen
sich als die Pioniere einer Kultur, die von den z. T. wesentlich
erfolgreicheren Vertretern einer neuen Generation von Rappern wie
an den Rand gedrängt wurden. Die meisten Hip-Hop-Crews der ersten Stunde sind inzwischen nicht mehr aktiv. Vor allem aber sehen sie die Szene durch die durchgreifende Kommerzialisierung und Konsumausrichtung auch ihrer ursprünglichen Werte beraubt. Musikalisch Unterschiede lassen sich entlang dieser Linie aber nicht festmachen.
Die Infrastruktur
Hip-Hop gruppiert sich in Deutschland um eine Reihe bemerkenswerter kleiner,
aber sehr aktiver Label. Dazu gehören