






IGOR FJODOROWITSCH STRAWINSKY (Bild 1) wurde am 17. Juni als dritter Sohn einer Familie adliger Abstammung in Oranienbaum (heute Lomonossow) bei St. Petersburg geboren. Er wuchs in einem großbürgerlichen und künstlerisch sensiblen Umfeld auf. Der Vater, FJODOR STRAWINSKY, spielte als Bassist an der Kaiserlichen Oper in St. Petersburg.
Der junge IGOR bekam von seinem 9. Lebensjahr an Klavierunterricht und unternahm im Alter von 15 Jahren erste Kompositionsversuche. Dabei beeinflussten ihn seine Kindheitseindrücke der Opern
Da seine Eltern eine solide Ausbildung forderten, begann STRAWINSKY mit
einem Jurastudium (1900-1905) in St. Petersburg. Parallel dazu wurde
er ab 1902 Schüler von NIKOLAI ANDREJEWITSCH
RIMSKI-KORSAKOW (1844-1908, Bild 4). Unter seiner Anleitung
studierte er Komposition und Instrumentation bis zu dessen Tod. Es entstand
die 1. Sinfonie Es-Dur op. 1
(1905-1907), die STRAWINSKY seinem Lehrer widmete.
bei der Uraufführung 1913 in Paris für einen der größten
Theaterskandale des letzten Jahrhunderts sorgte.
Kurz vor Kriegsausbruch 1914 ließ sich STRAWINSKY dauerhaft in der
Schweiz nieder. Bereits ein Jahr später 1915 debütierte er als
Dirigent in Genf. Die Freundschaft zu dem schweizerischen Dirigenten ERNEST
ANSERMET (1883-1969) und zu dem Dichter CHARLES
FERDINAND RAMUZ (1878-1947, Bild 7) begünstigte
die Entstehung von Werken, wie
Neoklassizistische
Zeit in Frankreich (1920-1939)
Von 1920 an lebte STRAWINSKY in Paris, wo viele seiner Werke zur Uraufführung
gelangt waren. Mit der Komposition "Pulcinella"
(1920) setzt STRAWINSKYs Phase des Neoklassizismus
ein. Er griff in diesem Werk auf Vorlagen des neapolitanischen Komponisten
GIOVANNI BATTISTA PERGOLESI (1710-1736)
zurück und belebte damit Formen und Stile vergangener musikalischer
Epochen wieder.
Vergleichbare Tendenzen zu alter Musik finden sich in "Apollon musagète" (Apoll der Musenführer, 1928) nach Kompositionen des barocken Meisters JEAN-BAPTISTE LULLY (1632-1687). Die Bekanntschaft zur geistlichen Elite Paris unterstützte die Arbeit STRAWINSKYs. So gestaltete bspw. PABLO PICASSO (1881-1973) die Kostüme und das Bühnenbild zu Pulcinella. 1936 wurde STRAWINSKY französischer Staatsbürger.
Spätstil in USA (1939-1971)
Im Jahr 1939 hielt STRAWINSKY an der amerikanischen Harvard University
seine viel zitierte Vorlesungsreihe "Musikalische
Poetik". Nach dem Tod seiner ersten Frau, KATERINA
NOSSENKO, ließ er sich in Hollywood nieder und erhielt 1945
die amerikanische Staatsbürgerschaft. Durch den Einfluss des amerikanischen
Dirigenten und Freundes ROBERT CRAFT (* 1923) widmete sich STRAWINSKY
der Zwölftontechnik ARNOLD SCHÖNBERGs (1874-1951, Bild 8) und anderen seriellen Kompositionstechniken.
Die Werke dieser Phase haben meist geistlichen Charakter, wie bspw. "Canticum
sycrum" (1955) und "Threni" (1958).
STRAWINSKY zeigte noch wenige Jahre vor seinem Tod, am 6. April 1971,
eine ungebrochene Arbeitskraft als Dirigent.
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