



Kindheit
JACQUES OFFENBACH (Bild 1)
eigentlich auf den Namen JAKOB getauft, wurde am 20. Juni 1819 als
Sohn eines jüdischen Kantors und eines von sieben Kindern in Köln
geboren. Er wuchs in einer ärmlichen, von Musikalität geprägten
Umgebung auf. Der Vater ISAAC verdiente den Lebensunterhalt der Familie
als Caféhausgeiger, Musiklehrer und später als Kantor der
Synagoge. Bereits als Kind trat OFFENBACH mit seinem Bruder JULIUS an
der Geige und seiner Schwester ISABELLA am Piano in Gasthäusern auf.
OFFENBACH spielte in diesem Trio meist Cello,
das Instrument, auf dem er ab seinem 9. Lebensjahr auch Unterricht
bei JOSEPH ALEXANDER und BERNHARD BREUER erhielt. Obwohl Ausländern
die Aufnahme am Pariser Conservatoire
eigentlich verwehrt war, gelang es dem Vater dennoch seine beiden Söhne
JAKOB, der sich alsbald JACQUES nannte und JULIUS (später JULES)
dort unterzubringen.
Der Cello-Virtuose
OFFENBACH studierte nur ein Jahr, ließ sich in Paris nieder und
wurde von dem in Paris lebenden deutschen Komponisten FRIEDRICH
VON FLOTOW (1812-1883) in die Pariser Salons eingeführt.
1835 nahm er eine Tätigkeit als Cellist im Orchester der Opéra-Comique
auf. Sein Talent wurde schnell erkannt. Als Komponist von Walzern (Fleurs
dhiver) und Salonromanzen erlangte er Bekanntheit, als "Liszt
des Violoncellos" in gewissen
Kreisen sogar Berühmtheit. Trotzdem reichten seine Verdienste kaum
zum Überleben.
In den folgenden Jahren konzertierte OFFENBACH gemeinsam mit seinem Bruder häufiger als Cellovirtuose.
Im Jahr 1841 lernte OFFENBACH HERMINIE DALCAIN kennen, für die er vor der Heirat 1844 zum Katholizismus übertrat. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor.
Die Februarrevolution 1848 machte weit fortgeschrittene Opernpläne zunichte. Der Komponist ADOLPHE ADAM (1803-1856), der gerade frisch das Théatre lyrique eröffnet hatte, erteilte OFFENBACH einen Auftrag zu einer dreiaktigen Opéra comique. Mit der Revolution war dieser Auftrag jedoch hinfällig. OFFENBACH musste mit HERMINIE und der Tochter BERTHE nach Köln fliehen.
Der Komponist und Theaterunternehmer
Doch seine Zukunft lag weiterhin in Paris. Nach dem unruhigen Revolutionsjahr
dorthin zurückgekehrt, wurde OFFENBACH Direktor am Théatre
francais. 1855 eröffnete er sein eigenes kleines Theater auf den
Champs-Elysées, die "Bouffes-Parisiens".
Zur Eröffnung des Theaters entstand "Les
Deux Aveugles" (Die beiden Blinden), das erfolgreich den Stil
der neuen Operette definierte und in "Le Violoneux" (Der
Dorffiedler), das noch im selben Jahr zur Aufführung kam,
sollte die spätere Operettendiva HORTENSE
SCHNEIDER (1883-1920) ihr Pariser Debüt geben. Bis 1864
wurden in OFFENBACHs Theater vornehmlich Einakter aufgeführt. Zu
den bekanntesten dürften
Während dieser Zeit kristallisieren sich auch schon
als wichtigste Liberettisten für OFFENBACH heraus.
Zu großer Bekanntheit halfen ihm die Tourneen seines Ensembles während
der Sommermonate nach
Er selbst verbrachte den Sommer seit 1858 regelmäßig in Bad Ems, wo er sich von seinen rheumatischen Beschwerden zu erholen versuchte, nicht aber ohne weiterhin produktiv zu sein. Regelmäßig entstanden dort Einakter, die später auch in Paris zur Aufführung kamen.
1858 war auch das Jahr, in dem es OFFENBACH gelang eine lang ersehnte Opernreform umzusetzen, die es ihm wiederum ermöglichte mehr Personen auf der Bühne agieren zu lassen. Mit diesem frisch errungenen Potenzial konnte er das darstellen, was in den kommenden Jahren Thema seiner Bühnenwerke werden sollte: die Satire auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse des Zweiten Kaiserreichs. Zu diesen typischen Bühnenwerken zählen
Nach dem deutsch-französichen Krieg 1870/71 lebte OFFENBACH hauptsächlich
von der Aufführung seiner alten Werke. Nur noch ein Werk trieb seinen
künstlerischen Ehrgeiz: Les
Contes dHoffmann (Hoffmanns
Erzählungen), eine fantastische
Oper (Bild 2), die er in ihrer endgültigen Form nie hören
sollte. OFFENBACH starb am 5. Oktober 1880, vier Monate vor der Hoffmann-Premiere,
in Paris.
Werke