

Schlaginstrumente
Schlaginstrumente dienen
der Erzeugung von rhythmischen Strukturen, Geräuschen und speziellen
Klangfarben.
Besonders viele Schlaginstrumente sind afrikanischer, orientalischer oder
lateinamerikanischer Herkunft.
In der Instrumentenkunde
teilt man die Schlaginstrumente in Idiophone
(Selbstklinger) und Membranophone
(Fellklinger) ein.
Membranophone
Das Wort Membrana kommt aus dem Griechischen
und bedeutet Haut.
Die Membranophone (Fellklinger,
Trommelinstrumente)
sind Schlaginstrumente, bei denen eine auf einen Hohlkörper aufgezogene
Membran aus Tierhaut oder Kunststoff (auch als Fell bezeichnet) durch
Reiben oder Anschlagen (mit Schlegeln oder/und den Händen) zum Schwingen
gebracht wird und somit die Luftsäule zur Schallübertragung
anregt. Der meist tubusförmige Hohlkörper, auch als Trommel
bezeichnet, dient dabei als Resonanzkörper. Eine Ausnahme bilden
die Pauken und Tablâ, welche einen Kessel besitzen.
Membranophone können aus verschiedenen Materialien wie Holz, Metall,
Kunststoff oder gebranntem Ton bestehen und in ihrer Form variieren. Es
gibt einfellige (eine Seite offen) und zweifellige (geschlossene) Trommeln,
bei denen das Fell meist durch einen Spannrahmen aus Metall, Kunststoff
oder Holz fest auf die zylindrische Öffnung gepresst wird. Bei modernen
Trommeln sind die traditionellen Spannschnüre durch Spannschrauben
ersetzt und erlauben somit ein leichteres Stimmen. Einige Trommeln besitzen
einen Resonator (z.B. dünne Metallspiralen oder Darmsaiten, die leicht
am Fell anliegen), der beim Anschlagen mitschwingt und dadurch einen scharfen
Sound (Klang) erzeugt.
Die Membranophone zählen zu den ältesten Musikistrumenten und
wurden seit dem Neolithikum (9. bis 3. Jahrtausend v. Chr.) ständig
weiterentwickelt. Vasenartige Tongefäße welche mit Fellen bespannt
wurden, sind auch, seit dem 3. Jahrtausend vor Christus, im alten Ägypten
verwendet worden.
Die Membranophone nehmen durch ihre überwiegend rhythmische Funktion
besonders in der traditionellen und rituellen Musik vieler Völker
eine wichtige Stellung ein und sind daher in vielfältigen Formen
in allen Kulturkreisen bekannt.
Handtrommeln
Handtrommeln sind Membranophone,
die, wie der Name schon sagt, mit den Händen angeschlagen werden.
Dabei gibt es unterschiedliche Anschläge wie Fingertips,
Daumenschläge, Handballenschläge oder Slaps
(kräftige Schläge mit allen Fingerspitzen in Randnähe).
Die Schläge können gedämpft (eine Hand oder der Unterarm
bleiben auf dem Fell) oder offen (Fell kann schwingen) ausgeführt
werden.
Die meisten Handtrommeln sind stimmbar und können folgendermaßen
notiert werden:
(zu diesem Notationsbeispiel - Rhythmus auf Conga und Tumba "Der Guaracha" (kubanisch) s. auch Hörbeispiel 1)
Die Rahmentrommeln
sind Einhandtrommeln, bestehend aus einem flachen zylindrischen Holz-,
Kunststoff-, oder Metallrahmen, der mit Kunststoff- oder Naturfell (meist
Ziege) bespannt ist.
Sie sind in vielen Kulturkreisen bekannt, so in Spanien, Portugal und
Lateinamerika als Pandeiro (auch
mit Schellen), in Irland als Bodhrán
(meist jedoch mit Stock gespielt) im arabischen Raum als Daff,
Taar (mit oder ohne Schellen), Riqq
(mit Schellen) oder als Bandir
(mit Schnarrsaiten versehen).
Während eine Hand die Trommel rhythmisch bewegt und mit der Spitze
des Daumens die Tonhöhe reguliert, schlägt die andere auf den
Rand (spitzer Klang) oder Fellmitte (tieferer Klang) zur Erzeugung unterschiedlicher
Sounds.
Eine größere Bauform der Rahmentrommel, wird auch in Tischmitte
platziert von mehreren Spielern gleichzeitig gespielt.
Eine europäische Bauform der Rahmentrommel ist das
Tamburin auch Tambourin
(von franz. Tambour = Trommel). Das Tamburin ist eine flache Einhandtrommel,
meist mit in den Rahmen eingelassenen Schellen, manchmal auch einer Scharrsaite
über dem Schlagfell. Es ist seit dem 1500 Jahrhundert in Europa verbreitet
und entstammt der Volkmusik der französischen Provence und wird dort
zusammen mit der Einhandflöte Galoubet
gespielt.
Das Tamburin ist nicht mit dem kleineren, mittels Stöcken angeschlagenen,
Tamburim zu verwechseln.
Die Bongos (span.)
sind zwei Trommeln verschiedener Größe und immer paarweise
montiert, sie haben einen konischen (früher fassförmigen) Holzkorpus,
der meist mit Ziegen- oder Eselfellen bespannt ist.
Das kleinere Bongo wird "Macho" (span.
Mann), das größere "Henbra" (span. Frau) genannt. Sie wurden durch afrikanische Sklaven während
der Kolonialzeit nach Kuba eingeführt und sind wichtiger Bestandteil
der lateinamerikanischen Musik.
Die Bongos werden, ursprünglich zwischen den Knien haltend, heute
jedoch meist auf Ständer montiert, mit den Fingerspitzen gespielt.
Die Bongos stehen oft in rhythmisch-tonalen Zusammenhang zu den Congas,
wobei sie sich durch ihren hellen Sound sowohl für Rhythmusfundamente
als auch für solistische Einlagen eignen.
Das Stimmintervall der Bongos liegt meist im Terz- bis Quintabstand.
Zu den bekanntesten Bongorhythmen zählt der Martillo (span. Hammer), der durch seinen viertelbetonten Beat eine treibende Charakteristik
besitzt.
Die Congas (span.),
afro-kubanischen Ursprungs, sind sehr populär und gehören inzwischen
zum festen Soundrepertoire der Pop-, Jazz-, Fusion- und Rockmusik.
Sie besitzen die Form eines langgezogenen (unten offenen) Fasses aus Holz,
das mit Rinderfell bespannt ist. Durch Metallständer aufrecht gehalten,
werden sie meist stehend gespielt.
Man unterscheidet drei unterschiedliche Ausführungen die tonal aufeinander
abgestimmt werden:
Meistens werden die Congas paarweise gespielt, wobei Conga und Tumba oder Quinto und Conga ein Paar bilden.
Das Kpanlogo, aus Ghana stammend und nach dem gleichnamigen Rhythmus benannt, ist die afrikanische Urform der Conga. Es ist aus einem Stück geschnitzt und heute meist mit Ziegenfell (ursprünglich Antilope) bespannt. Der Klang ist wärmer, aber ähnlich dem der Conga. Die Regulierung der Fellspannung erfolgt mit Hilfe des Pflockspannsystems.
Die Timba ist eine
kegelförmige Holztrommel mit Spannrahmen aus Brasilien und findet
in der traditionellen Sambamusik Verwendung. Sie besitzt etwa die Größe
einer Conga, ist mit Natur- oder Kunststofffell bespannt und unten offen.
Mit einem Schulter- oder Hüftgürtel vor dem Bauch getragen,
wird sie mit beiden Händen angeschlagen, wobei auf dem Fell und auf
dem Korpus gespielt wird.
Die Djembé (sprich "Tschembi") entstammt der Tradition der Mandingo-, Malinke-,
Bambarastämme Westafrikas, dem Gebiet des heutigen Guinea, Mali und
Elfenbeinküste. Sie ist wohl die populärste Trommel Afrikas
und besitzt einen kelchförmigen Holzkorpus (aus einem Stück
geschnitzt), welcher meist mit rasiertem Ziegen- oder Antilopenfell in
klassischer Schnurspannung oder mit Spannschraubensystem (modern) bespannt
ist. Sie wird zwischen den Knien haltend oder mittels Gurtsystem, traditionell
im Stehen gespielt.
Das Klangspektrum der Djembé ist sehr groß und reicht von
bassigen Tönen in Fellmitte, bis hin zu spitzen obertonreichen Klängen
am Fellrand.
Sie wird als Solo- oder Begleitinstrument des traditionellen Trommelensembles
verwendet. Zuweilen werden in der afrikanischen Tradition zur Klangerweiterung
1 bis 2 Metallplatten am Rumpf befestigt, an welchen sich einige Eisenringe
befinden, die beim Spielen vibrieren.
Eine kleinere Form der Djembé ist die Sabar, die auch einen höheren Klang besitzt.
Die Oprente, aus Ghana stammend, ähnelt in der Form der Djembé und hat ebenfalls einen harten Klang. Sie ist aus einem Stück geschnitzt und wurde für rituelle Rhythmen wie Nana, Tigari und Akom verwendet. Das Fell wird jedoch durch Pflöcke, die sich im Korpus befinden, gespannt. Die Oprente kann mit den Händen, sowie mit Krummschlägeln gespielt werden.
Die Bougarabou (sprich "Bugarabu") stammt aus dem südlichem Senegal und
Gambia und wird dort zu festlichen Anlässen gespielt.
Sie ist dem Erscheinungsbild der Djembé sehr ähnlich und ebenfalls
mit einem einfachen Schnurspannsystem versehen. Sie wird mit Kuhfell bespannt
und bringt einen warmen erdigen Klang, ähnlich dem der Conga, hervor.
Die scharfen Töne der Djembé fehlen.
Die Batas gehören
ursprünglich zum Volksstamm der Yorubas in Nigeria und wurden dort
zu rituellen Tänzen und Zeremonien gespielt. Ihr Korpus besteht aus
Holz und ist auf beiden Seiten mit Naturfell bespannt, er hat die Form
einer Sanduhr, wobei jedoch eine Seite größer als die andere
ist. Der lebendige hölzerne Klang der Batas wird erzeugt, indem die
Trommel im Sitzen mit beiden Händen angeschlagen wird.
In der Yoruba-Kultur bilden fünf Trommeln ein Set, welche, mit der
kleinsten beginnend, Emele Ako, Kudi, Adamo, Emele
Abo und Iya Ilu genannt werden.
Das kubanische Bata-Set besteht aus drei Trommeln welche Okonkolo,
Hotele und Iya genannt werden.
Die kleinere hochklingende Fellseite wird in der kubanischen Musik als Cha-Cha-Seite und die größere,
tieferklingende, als Boca-Seite bezeichnet.
Die Darabukka, auch Darbouka oder Darbukka (aus dem Arabischen), hat die Form eines Pokals (unten offen) und besteht
zumeist aus Metall (Messing, Aluminium), seltener aus Holz oder Ton. Sie
ist bespannt mit einem Plastik- oder Naturfell sehr hoher Spannung, zur
Erzeugung peitschender hoher Töne. Der Spieler hält sie beim
Spielen unter dem Arm oder im Sitzen auf den Oberschenkeln.
Die Darabukka ist die populärste Trommel der arabischen Volks-und
Kunstmusik. Sie existiert in vielen Ländern des Islams und östlichen
Mittelmeerraums unter verschiedenen Namen wie Dümbelek (Türkei), Toumbeleki (Griechenland), Dombek (Iran) oder Dombak in der persischen Kunstmusik.
Im europäischen Orchester wird sie auch als arabische Trommel bezeichnet.
Die Tablâ (Wort ursprünglich für arabische Zylindertrommel) ist ein unsymmetrisches
Paar von Handtrommeln mit geschlossenem Korpus (Handpauken), die im indischen
Kulturkreis etwa seit dem 13. Jh. entwickelt wurden. Die additiven Rhythmen
der Tablâ dienen dabei als Hauptrhythmusträger der klassischen
hinduistischen Musik.
Die mit der rechten Hand gespielte hölzerne zylinderförmige
Trommel, heißt Dayan. Sie kann
durch Verschieben der Spannpflöcke (mit Hilfe eines kleinen Stimmhammers),
unter den aus Leder bestehenden Spannriemen, gestimmt werden. Das Fell
wird sehr fest gespannt und besitzt somit eine hohe Stimmung.
Die mit der linken Hand gespielte metallene Basstrommel, bestehend aus
Kupfer oder Messing (verchromt), wird Bayan genannt, wobei hier die Fellspannung eher locker ist und über kleine
Kupferringe reguliert werden kann.
In der Membranmitte beider Trommeln, befindet sich ein schwarzer Punkt
aus Gusseisenstaub und Reismehl (Gaab oder Shyahi genannt) zur Reduzierung unerwünschter
Obertöne, der in mehreren Schichten aufgetragen wird.
Die Schlagfolgen, Anschlagsformen (Handflächen, Handgelenk, Finger,
Fingerkuppen) und Anschlagstellen sind sehr differenziert. Während
die rechte Hand (Dayan) mit virtuoser Fingertechnik gespielt wird, arbeitet
die linke Hand (Bayan), Handballen auf dem Fell liegend, mit Druckveränderung
und zupfenden Bewegungen.
Der Gomé-Bass (oder auch Tischbass genannt) ist ein ungewöhnliches und originelles Instrument Westafrikas, dem Ga-Stamm Ghanas entstammend. Er besitzt die Form einer Kiste mit abgewinkelten Kanten, auf dem einseitig das Fell (ursprünglich Antilope) aufgespannt ist. Der Spieler sitzt auf dem Tischbass, das Fell senkrecht vor ihm, und spielt mit beiden Händen, wobei die Tonhöhe durch den Druck der Ferse auf das Fell variiert wird.
Andere Tonerzeugung
Der Brummtopf, auch als Reibetrommel bezeichnet, besteht aus einem mit Fell bespannten Zylinder aus Ton, Holz
oder Metall, auf welches ein Holzstab gedrückt wird oder in der Mitte
des Felles eingebunden ist. Beim Reiben des mit Harz bestrichenen Stabes
entsteht das typische Brummgeräusch.
Der Waldteufel ähnelt dem Brummtopf, doch durch die Mitte des Felles führt eine auf einen Bogen gespannte Saite, die mit einem feuchten Läppchen gerieben wird und so einen singenden Ton erzeugt. Wie auch den Brummtopf, findet man den Waldteufel wieder häufiger in Folkloregruppen und in Ensembles die sich mit mittelalterlicher Musik eschäftigen.
Stocktrommeln
Als Stocktrommeln werden
Trommeln bezeichnet. die traditionell mit
Stöcken (Sticks), Besen oder Schlägeln (Holz-, Filz-, Kunststoffschlägeln)
angeschlagen werden, hierzu zählt auch der rückwärts gebogene
Krummschlägel.
Der moderne Trommelstock
ist aus Harthölzern (meist Hickory, Maple) gedrechselt und besitzt
einen konischen Schaft mit einer kleinen, rund oder oval gedrehten Kuppe,
welche auch aus Plastik bestehen kann.
Die Kleine Trommel,
auch als Snare Drum oder Rührtrommel
bezeichnet, ist eine doppelseitig bespannte Trommel mit Holz oder Metallkorpus
(Durchmesser heute meist 14 Zoll). Die beiden Felle (früher Naturfell,
heute große Auswahl an Kunststofffellen) werden durch zwei metallene
Spannreifen mit Hilfe von Spannschrauben auf den Korpus gepresst. Die
über dem Resonanzfell befindlichen Schnarrsaiten aus Metallspiralen
(früher Darmsaiten) können mittels einer Mechanik gespannt werden,
und erzeugen somit beim Anschlagen mit Trommelstöcken, Besen, Rods
etc., das charakteristische Schnarrgeräusch.
Die Kleine Trommel ist ein wichtiger Bestandteil der Rhythmussektion im
klassischen Orchester, der Militärkapelle und Besetzungen der Jazz-
und Unterhaltungsmusik. Sie übernimmt solistische Funktionen ebenso,
wie das Spiel markanter Taktschwerpunkte, z.B. die 2. und 4. Zählzeit
in der Rock und Popmusik. Neben der Großen Trommel ist sie wichtigster
Teil des Drumsets ( Hörbeispiel 2).
Die Große
Trommel, auch engl. Bassdrum
genannt, ist eine tiefklingende Doppelfelltrommel mit Holzkorpus (18 bis
26 Zoll), zwei Spannreifen (Holz oder Metall), die durch Spannschrauben
gehalten werden. Das Fell, früher aus Tierhaut, besteht heute zumeist
aus Kunststoff.Im Schlagwerk des Orchesters und des Drumsets übernimmt
sie die Bassfunktion.
Die Große Trommel (auch tragbar), kann mit Filzschlägeln (Orchester,
Militärkapelle) oder mit dem Fußpedal (Jazz- und Unterhaltungsmusik),
gespielt werden.
Die Tom-Toms auch
kurz nur Toms genannt sind mittelgroße
Trommeln (8 bis 18 Zoll) die zumeist als Aufbau auf der Großen Trommel
oder auf Ständern montiert das Drumset
(Schlagzeug) bereichern. In Marching Bands und im Fanfarenzug werden
sie an einem Hüftgurt getragen.
Das Standarddrumset wird mit drei Tom-Toms
(kleines Tom-Tom, mittleres Tom-Tom und großes Tom-Tom) gespielt.
Sie können als Ein- oder Doppelfelltrommel gespielt werden, wobei
die Felle heutzutage zumeist aus Kunststoff bestehen und in großer
Vielfalt angeboten werden (gedämpft oder klingender).
In der Jazz- und Unterhaltungsmusik werden die Tom-Toms oft für solistische
Funktionen verwendet, angeschlagen wie die Kleine Trommel.
Die Roto-Toms sind eine spezielle Bauform der Tom-Toms mit einem Mittelgewinde, über welches das Fell, durch Drehung des Toms beim Spiel (mit einer Hand) schnell gespannt oder entspannt werden kann, wobei sich der Ton verändert. Sie besitzen keinen Korpus, das Fell liegt direkt, von einem Spannreifen gehalten, auf der metallenen Spannmechanik auf.
Die Timbales sind paarweise auf einem Ständer montierte Metalltrommeln (Primo und Secundo genannt) ohne Resonanzfell, die mit Stöcken gespielt werden und dabei einen sehr markanten metallischen Trommelklang erzeugen. Sie entstammen der brasilianischen Sambamusik.
Die Steeldrums stammen aus der Karibik (Trinidad) und werden aus der Oberseite alter Ölfässer hergestellt. Dabei sind einzelne Wölbungen exakt auf Stimmung gehämmert (diatonisch oder chromatisch). Angeschlagen werden die Steeldrums mit harten Filz- oder Gummischlägeln, sie sind auf Ständer montiert oder daran aufgehängt, um ein freies Schwingen zu ermöglichen.
Die Talking Drums,
auch sprechende Trommeln genannt, stammen aus Afrika, und sind zweifellige
aus Holz geschnitzte Trommeln in der Form einer Sanduhr, bespannt mit
Naturfell, wobei die Spannreifen mit Schnüren verbunden sind.
Der Spieler hält die Trommel so unter dem Oberarm, dass er durch
Druck auf die Bespannung den Ton verändern kann, der durch einen
Krummschlägel erzeugt wird. Die Trommeln können zusätzlich
Kieselsteine enthalten, die beim Anschlagen einen Rasseleffekt erzeugen.
In West- und Zentralafrika kommen sie in Paaren und unterschiedlichen
Größen vor. Tatsächlich wurden die Talking Drums auch
zur Nachrichtenübermittlung genutzt.
Die Doumdoum sind afrikanische Basstrommeln die meist mit beharrten Kuhfellen bespannt und über ein Schnurspannsystem stimmbar sind. Sie werden mit dem Krummschlägel gespielt und oft zur Begleitung der Djembé eingesetzt.
Die Surdo ist die tiefe mit Filzschlägeln gespielte Trommel der brasilianischen Batucada-Ensembles, im Aussehen ähnlich dem Tom-Tom.
Das Tamborim, nicht zu verwechseln mit dem Tambourin, ist eine kleine Einhandtrommel, die mit einem Schlägel angeschlagen wird.
Die Cajones, auch als Schlitztrommeln bezeichnet, kommen aus dem afrikanischlateinamerikanischen Kulturkreis.
Es wird ein großer Holzkasten als Resonanzkörper genutzt, dessen
Decke zungenförmig eingeschlitzt ist. Die Holzzungen können
eine definierte Tonhöhe (meist Pentatonik) aufweisen und werden mit
Gummi- oder Filzschlägeln angeschlagen.
Die Cajones finden wegen ihres weichen holzigen Klanges in der Musiktherapie
Anwendung.
Taiko - das ist
der Überbegriff für verschieden große, fassförmige
japanische Trommeln, bespannt mit Kuhfell, deren Geschichte über
1400 Jahre alt ist (Bild 1).
Heute wird die Taiko (japanisch: Daiko)
auch für die japanischen Drum-Ensembles verwendet.
Die Trommeln ruhen auf Holzgestellen und werden mit Holzschlägeln
(ohne Kuppe) von einem oder mehreren Spielern angeschlagen. Wegen ihres
durchdringenden Sounds wurden sie früher zur Koordinierung von Schlachten
und bei buddhistischen Zeremonien verwendet. 1951 wurden sie für
die Jazz-Musik und die Taiko-Ensembles wiederentdeckt.
Unterschiedliche Namen bezeichnen hierbei unterschiedliche Bauformen:
Die Pauke auch Timpano oder engl. Kettledrum ist orientalisch-asiatischer
Herkunft, kann sowohl dem Schlagwerk, als auch, wie in der Orchesterpraxis
üblich, den Fundamentalbassinstrumenten zugerechnet werden.
Die Pauken bestehen aus halbkugelförmigen (alte Bauform) oder parabolischen
Kesseln, welche aus Messing, Kupfer oder Kunststoff hergestellt sind und
im Boden ein Schallloch enthalten. Der Kessel (ursprünglich Kalbfell)
ist heute meist mit Kunststofffellen bespannt, die ein sauberes Stimmen
ermöglichen. Angeschlagen werden die Pauken mit weichen Filzschlägeln,
das Abdämpfen geschieht mit Hilfe von Tüchern.
Die Pauken werden über einen Spannmechanismus auf eine definierte
Tonhöhe gestimmt und nach ihrer Spannmechanik unterschieden.
Die Pauke gelangte in kleinerer Form im 13. Jh. (Zeit der Kreuzzüge)
nach Europa. Um 1500 wurde die Schnurspannung von der Schraubenspannung
abgelöst und eine größere Bauform ist nachweisbar.
In der Orchesterpraxis finden meist 2 bis 5 Pauken Verwendung.
Aufgrund ihrer Umfänge unterscheidet man folgende Arten: