

PAUL HINDEMITH (Bild 1) wurde am 16.11.1895 im hessischen Hanau als erstes von drei Kindern in eine Arbeiterfamilie schlesischer Herkunft geboren. Bereits in seiner Kindheit erhielt PAUL HINDEMITH, wie auch seine Schwester ANTONIE (1898-1972) und sein Bruder RUDOLF (1900-1974), auf das Betreiben des Vaters hin eine fundierte musikalische Ausbildung. Auf Empfehlung seines ersten Geigenlehrers, ADOLPH REBNER (1876-1967), wurde er 1908 als Schüler des Dr. Hoch`schen Konservatoriums in Frankfurt angenommen. Er war neben seiner Ausbildung zum Geiger ab 1912/13 auch Kompositionsschüler von
Von 1915 bis 1923 hatte PAUL HINDEMITH die Stelle des Konzertmeisters
an der Frankfurter Oper inne. Als Bratschist trat er 1914 dem H. REBNER-Quartett
bei und war 1922 Mitbegründer des Amar-Quartetts, eines der führenden Ensembles der Neuen Musik. Als Organisator unterstützte
HINDEMITH die "Donaueschinger Musiktage" ab 1923 und folgte 1927 einem Ruf als Kompositionslehrer an die Berliner
Hochschule für Musik. 1924 heiratete er die Musikerin GERTRUD
VON ROTTENBERG. Mit der Herrschaft der Nationalsozialisten zu Beginn
der 30er-Jahre wurde sowohl die kompositorische wie auch lehrende Tätigkeit
HINDEMITHs behindert, bis seine Werke 1936 unter das Aufführungsverbot
fielen. HINDEMITH kündigte 1937 seine Lehrtätigkeit an der Berliner
Hochschule und emigrierte nach Aufenthalten in der Schweiz und Ankara
1940 schließlich in die USA. Er trat noch im selben Jahr eine Professorenstelle
an der University of Yale an, die er
zwar bis 1953 ausfüllte, jedoch in den letzten beiden Jahren mit
einer Berufung an die Universität von
Zürich verband.
Zugunsten der eigens für ihn geschaffenen Züricher Professur
für
gab HINDEMITH 1953 seine Lehrtätigkeit in Yale auf
und ließ sich endgültig am Genfer See nieder.
Am 28.12.1963 starb PAUL HINDEMITH in Frankfurt/Main an einerBauchspeicheldrüsenentzündung.
Werk
Das Werk PAUL HINDEMITHs umfasst sämtliche Gattungsarten: Orchesterwerke,
Solokonzerte, Kammermusik für unterschiedlichste Besetzungen, Chorwerk, Lieder, Opern und Ballette. Sein Kompositionsstil ist gekennzeichnet von einem durchgreifenden
Wandel, der seine Begründung u. a. in HINDEMITHs Ansprüchen
Anfang der 1920er-Jahre ist er ein wichtiger Exponent der neuen, anti-romantischen Sachlichkeit. Beispielhaft hierfür sind die Operneinakter
die jeweils zu skandalträchtigen Aufführungen fanden. Während seines Engagements für die "Donaueschinger Musiktage" unterstreicht HINDEMITH seine Rolle als prägender Förderer der Neuen Musik. Mit der
entstehen seine bedeutendsten Werke des Neoklassizismus.
Die Sinfonie "Mathis der Maler" (1934) sowie die gleichnamige
Oper aus dem Jahre 1937, markieren den programmatischen Wechsel HINDEMITHs,
der mit seiner Hinwendung zur Laienmusikbewegung und zur Rückkehr einer stark vereinfachten Tonsprache einsetzt. In
der "Symphonie in Es" (1940) oder der Fugensammlung "Ludus
Tonalis" (1943) manifestiert sich eine gemäßigte, kontrapunktisch
durchwirkte Tonalität, die HINDEMITH in seinen folgenden Kompositionen
beibehält. Auch werden starke Einflüsse von LUDWIG
VAN BEETHOVEN (1770-1827), ANTON
BRUCKNER (1824-1896) und MAX
REGER (1873-1916) deutlich.
Aufgrund dieser radikalen Wendung seiner eigenen ästhetischen und
formalen Kriterien, beginnt HINDEMITH mit der Überarbeitung früherer
Werke; beispielsweise der Oper "Cardillac".
Werke
