PINK FLOYD (Bild 1) entstand 1965 in London in der Besetzung:
Die Wurzeln der Band reichen bis auf die gemeinsame Schulzeit von BARRETT, WATERS und DAVID GILMOUR (s. u.) im englischen Cambridge zurück. Nach verschiedenen Anläufen gründeten BARRETT und WATERS Ende 1965 in London, wohin es die beiden zum Studium verschlagen hatte, schließlich zusammen mit WRIGHT und MASON "PINK FLOYD", benannt nach den beiden Blues-Musikern
Die Wahl des Namens war durchaus Programm, denn die Band begann mit einem Repertoire aus Blues- und Rhythm & Blues-Songs. Ihr erster, Anfang 1966 aufgenommener Song, SYD BARRETTs "Lucy Leaf", stand noch ganz in dieser Tradition. Bekannt werden sollte die Gruppe wenig später jedoch mit einem ganz anderen Repertoire.
Psychedelic Underground
PINK FLOYD machte sich als experimentierfreudigster Vertreter des britischen Underground und einer der ersten europäischen
Repräsentanten des etwa zeitgleich in San Francisco aufgekommenen Psychedelic Rock einen
Namen. Dieser firmierte angesichts einer weitaus rigideren Drogenpolitik
im konservativen Großbritannien allerdings unter der neutraleren
Bezeichnung "Space
Rock". Charakteristisch waren
ausgedehnte, fließende und sich nur allmählich wandelnde synthetische
Klangmuster, live zumeist mit effektvollen, auf ein synästhetisches
Gesamterlebnis zielenden Light Shows untersetzt.
Die Mitte 1966 beginnenden Auftritte von PINK FLOYD in dem Londoner Club "UFO", einem Treffpunkt der britischen Hippie-Szene, wurden mit ihren mehrstündigen Klangcollagen und den damals einzigartigen
visuellen Effekten legendär. Die Plattenveröffentlichungen jener
Jahre vermögen die sinnliche Vielschichtigkeit des Pink-Floyd-Konzepts
allerdings kaum wiederzugeben, denn die Studioarbeit der Band blieb im
Gegensatz zu den Live-Auftritten - bei aller Experimentierfreudigkeit
- am traditionellen Song-Konzept orientiert. Allenfalls das 1969
veröffentlichte Doppel-Album "Ummagumma" vermittelt einen Eindruck hiervon.
Als eine der ersten Rockbands ließ sich PINK FLOYD für ihre
Live-Auftritte das Sound-Equipment maßschneidern. Ihr 1967 für Furore sorgender "Azimuth
Coordinator" war zwar nichts anderes als eine rudimentäre
quadrophone Lautsprecheranlage, doch die damit möglichen räumlichen
Klangeffekte - sich im Raum bewegende Klangfiguren - waren damals
noch ein spektakuläres Novum. Inzwischen ist die technische Ausrüstung,
die die Band für ihr ausgefeiltes Sound-Konzept benötigt, auf
einen Umfang von 53 Sattelschleppern angewachsen.
1968 zwangen die außer Kontrolle geratenen Drogenprobleme von SYD
BARRETT, der als Kopf von PINK FLOYD auch für das musikalische Konzept
und die Songs verantwortlich gezeichnet hatte, die Band nach einer abgebrochenen
US-Tournee schließlich zur Trennung von ihm. An seine Stelle trat DAVID GILMOUR (* 06.03.1944, g/voc),
ebenfalls ein Angehöriger der Gruppe ehemaliger Schulfreunde aus
dem englischen Cambridge, die die Keimzelle von PINK FLOYD gebildet hatten.
Am Konzept des Quartetts änderte sich damit nichts - avantgardistische
Klangexperimente, vielfältige technische Effekte und das Bemühen
um formale Konturen im Rahmen hör- und erkennbarer Songstrukturen
trotz weitgreifender Klangarchitekturen blieben charakteristisch für
die inzwischen unter dem Label "kosmisch" firmierende Musik von PINK FLOYD.
Neue Wege beschritt die Gruppe noch einmal Ende der 1970er-Jahre mit ihrer
Show "The
Wall", ein mit
theatralischen Elementen verbundener, an die Rockopern der späten
1960er-Jahre anknüpfender Songzyklus. Ihm war ein immenser Erfolg
beschieden, der im Juli 1990 in Berlin mit der symbolträchtigen Open-air-Aufführung
auf dem Gelände des ehemaligen Mauerstreifens am Potsdamer Platz
kulminierte.
Auflösung
und Reunion
Ungeachtet des Erfolges zerrütteten ab 1980 persönliche Querelen
zwischen WATERS und GILMOUR die Band schließlich bis an die Grenze
der Auflösung. Das 1983 unter dem Namen PINK FLOYD erschienene Album "The
Final Cut" war
de facto schon nur noch ein Solo-Album von ROGER WATERS, PINK FLOYD war
als Gruppe zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich existent.
Die Reunion von GILMOUR, WRIGHT
und MASON versuchte WATERS 1987 durch Reklamation des Namens "PINK
FLOYD" gerichtlich zu unterbinden, scheitere damit allerdings. Seither
besteht die Band als Trio und tourt als Monument ihrer selbst durch die
Welt. Erst 2005 kam es für die Londoner Ausgabe von "Live8" - eine weltumspannende Benefizveranstaltung, die an das 1985 organisierte
"Live Aid"-Projekt zur Unterstützung der Hungerhilfe für
Äthiopien anknüpfte - zu einem gemeinsamen Auftritt auch
mit ROGER WATERS.