Musik
Tanzmusik
"La Danseuse, Marie Anne Cuppi" von NICOLAS LANCRETPolka: Volkstümliche Bläserklänge im 2/4-Takt mit Vor- und Nachschlag von Tuba und BeckenFlamenco-Tänzer in Cordoba (Spanien)Walzer: Musik im ¾-Takt und mit Akzent auf dem zweiten, leicht vorgezogenen ViertelCharleston: Mischung aus Ragtime und schnellem Foxtrott mit starker SynkopierungCha-cha-cha: langsamere Variante des kubanischen SonJugendliche Tänzer auf einem Rockkonzert

Begriffsbestimmung
Tanzmusik ist eine Sammelbezeichnung für Genres und Gattungen der Musik, denen gemeinsam ist, zum Tanzen (Bild 1) gebraucht werden zu können. Im heutigen Sprachgebrauch hat sich der ursprünglich weit gefasste Sinngehalt des Wortes, der jegliche Art des Tanzes einbezog, allerdings verloren.

Tanzmusik bedeutet heute Musik für den Gesellschaftstanz, Musik zum geselligen Tanzen, und grenzt sich ab von Ballettmusik, Musik zum Volkstanz, Kulttanz usw., wobei die Grenzen fließend, die Bereiche oft vermischt sind (moderne Ballette nutzen z. B. auch Tanzmusik als Ballettmusik). Die in den Diskotheken dominierenden afroamerikanischen oder aus ihnen abgeleiteten Tanzmusikformen werden demgegenüber unter dem englischen Begriff Dancefloor zusammengefasst.

(Die Hörbeispiele 1 bis 4 bieten Proben für Polka, Walzer, Charleston und Cha-cha-cha.)

Merkmale
Aufgabe der Tanzmusik ist es, Stimmung zu erzeugen, Atmosphäre zu schaffen, zur Bewegung zu aktivieren (Bild 2 und 3). Dementsprechend ist sie durch bestimmte Merkmale gekennzeichnet. Sie

Die Dauer eines Titels beträgt im Allgemeinen zwei bis vier Minuten. Durch die Massenproduktion unterliegt die Tanzmusik einem großen Verschleiß, was ein ständiges Suchen nach neuen Klangreizen bedingt. So folgte eine Vielzahl konträrer, aber auch ähnlicher Modetänze aufeinander.

Als wichtigste Quellen bestätigen sich immer wieder die europäische und die afroamerikanische Folklore in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen, in unserem Jahrhundert besonders die Musik der Afroamerikaner

Europäische oder nordamerikanische Musiker formten daraus standardisierte Rhythmusmodelle, Tanzlehrer erfanden dazu Schrittfolgen, sodass die kommerzielle Tanzmusik letztlich nur noch sehr mittelbar mit ihren ursprünglich folkloristischen Wurzeln verbunden ist. Einflüsse des Jazz, des Blues und seit den 1960er-Jahren der Rockmusik fügten neue Spielweisen hinzu.

Mit dem Aufkommen der Rockmusik als einer spezifisch auf Jugendliche ausgerichteten Form von Tanzmusik (Bild 3) wurde die traditionelle Tanzmusik (und damit auch der Begriff) dem Schlager gleichgesetzt - das Wort selbst kam aus der Mode, fehlte im Sprachgebrauch der Jugend und tauchte lediglich im Zusammenhang mit der Neuen Deutschen Welle, die auch als "Neue Deutsche Tanzmusik" bezeichnet wurde, kurzzeitig wieder auf.
Verwandte Themen
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim und DUDEN PAETEC GmbH, Berlin. Alle Rechte vorbehalten. www.schuelerlexikon.de