





Begriffsbestimmung
Tanzmusik ist eine Sammelbezeichnung
für Genres und Gattungen der Musik, denen gemeinsam ist, zum Tanzen
(Bild 1) gebraucht werden zu können. Im heutigen Sprachgebrauch
hat sich der ursprünglich weit gefasste Sinngehalt des Wortes, der
jegliche Art des Tanzes einbezog, allerdings verloren.
Tanzmusik bedeutet heute Musik für den Gesellschaftstanz, Musik zum geselligen Tanzen, und grenzt sich ab von Ballettmusik, Musik zum Volkstanz, Kulttanz usw., wobei die Grenzen fließend, die Bereiche oft vermischt sind (moderne Ballette nutzen z. B. auch Tanzmusik als Ballettmusik). Die in den Diskotheken dominierenden afroamerikanischen oder aus ihnen abgeleiteten Tanzmusikformen werden demgegenüber unter dem englischen Begriff Dancefloor zusammengefasst.
(Die Hörbeispiele 1 bis 4 bieten Proben für Polka, Walzer,
Charleston und Cha-cha-cha.)
Merkmale
Aufgabe der Tanzmusik ist es,
Stimmung zu erzeugen, Atmosphäre zu schaffen, zur Bewegung zu aktivieren
(Bild 2 und 3). Dementsprechend ist sie durch bestimmte Merkmale
gekennzeichnet. Sie
Die Dauer eines Titels beträgt im Allgemeinen zwei bis vier Minuten. Durch die Massenproduktion unterliegt die Tanzmusik einem großen Verschleiß, was ein ständiges Suchen nach neuen Klangreizen bedingt. So folgte eine Vielzahl konträrer, aber auch ähnlicher Modetänze aufeinander.
Als wichtigste Quellen bestätigen
sich immer wieder die europäische und die afroamerikanische Folklore
in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen, in unserem Jahrhundert
besonders die Musik der Afroamerikaner
Europäische oder nordamerikanische Musiker formten daraus standardisierte
Rhythmusmodelle, Tanzlehrer erfanden
dazu Schrittfolgen, sodass die kommerzielle
Tanzmusik letztlich nur noch sehr mittelbar mit ihren ursprünglich
folkloristischen Wurzeln verbunden ist. Einflüsse des Jazz, des Blues
und seit den 1960er-Jahren der Rockmusik fügten neue Spielweisen
hinzu.