
Im Musikunterricht eignet
sich das Polaritätsprofil besonders dazu, die Wirkung zweier Musikstücke
zu vergleichen. Andererseits kann damit aber auch die Unterschiedlichkeit
persönlicher Höreindrücke
beim gemeinsamen Hören eines Stücks dargestellt werden.
Generell zielt das Polaritätsprofil auf das assoziative
Wahrnehmen von Musik. Deshalb kann es niemals die Analyse von Musik
ersetzen, sondern dient vor allem dazu, Diskussionsanreize zu schaffen.
Erstellen eines Polaritätsprofils
Die klassische Vorgehensweise
ist die folgende:
Nach oder während des Hörens eines Musikstückes ordnet
jeder Hörer seinen persönlichen Höreindruck auf einer vorbereiteten
Liste (Text 1) ein. Dabei macht er bei jedem Gegensatzpaar ein Kreuz
auf der Skala von 1 bis 6. Beim ersten Gegensatzpaar "langsam
- schnell" gibt es z. B. die folgenden Gewichtungsmöglichkeiten:
1 = sehr langsam,
2 = langsam,
3 = eher langsam als schnell,
4 = eher schnell als langsam,
5 = schnell,
6 = sehr schnell.
Wenn alle Hörer ihre Listen ausgefüllt haben, wird für jedes Gegensatzpaar
Ein Polaritätsprofil erhält man, indem die errechneten Mittelwerte in eine neue Liste eingetragen und mit einer Linie verbunden werden, was beispielsweise so aussehen könnte:

Beispiel für ein ausgefülltes Polaritätsprofil
Sollen zwei Stücke miteinander verglichen werden, muss jeder Hörer zwei Listen ausfüllen und es ergeben sich zwei Profile, die visuell die unterschiedliche Wirkung der Stücke verdeutlichen.
Diskussion
In einer anschließenden Diskussion
sollte nach Gründen für die Unterschiede in den Profilen verschiedener
Personen bzw. verschiedener Stücke gesucht werden, was zu einer Analyse
von musikalischen Mitteln wie Rhythmus, Melodik und Harmonik führen
kann.
Außerdem kann die unterschiedlich starke Streubreite
bei den einzelnen Gegensatzpaaren untersucht werden. Dabei stellt sich
einerseits die Frage,