Orchester in Afrika
Afrika ist in der Fremdwahrnehmung vor allem durch Trommel-, Xylophon-,
und Trompeten-Ensembles charakterisiert, wobei auch hier - wie in
allen Traditionen - die Fülle von Ensembles und die Kombination
von Musikinstrumenten innerhalb einzelner Gruppen nahezu unbeschränkt
bleibt. Neben den sich spontan zusammenfindenden Gruppen hat nahezu jedes
Dorf irgend eine Art Tanz- und Musikklub (Bild 1). Einzelne Gesellschaftsgruppen,
wie Jäger, Krieger oder Verbündete, haben ihre eigenen spezialisierten
Musiker. Dasselbe gilt auch für die Kult-Gruppen und religiösen
Bünde und insbesondere von den Musikern von Handwerksgilden und im
Dienst von Königen bzw. Häuptlingen. Bekannt sind etwa
Xylophon-Orchester
Auf dem gesamten Kontinent Afrikas südlich der Sahara sind die Xylophone (Holzstabspiele) vorzufinden, die sowohl solistisch als auch in Ensembles
von zwei bis vier und mehr Spielern ( Tsinza-Spieler = Xylophon-Spieler bei den Bura in Nordostnigeria).
Solche Ensemble können aus vier Mendzan-Xylophoninstrumenten-Spielern bestehen. Sie spielen in Südkamerun zum Beispiel die Rassel (engis), das Ebulu-Xylophon, auf dem man Formeln in Oktaven spielt; das Olulan, das führende Instrument, sowie das Ombak, ein Instrument auf dem jeweils nur ein Ton angeschlagen wird, und das Endum, das Bass-Xylophon.
Die andalusisch-arabische Tradition hatte in der Kulturbegegnung zwischen Nordafrika und Spanien die Musik-Ensembles der Nuba in Marokko, Tunesien und Algerien hervorgebracht, ein Ensemble, das inzwischen die arabische Rebab-Spießgeige öfter durch die europäische Geige (allerdings in vertikaler Spielhaltung) ersetzt, daneben aber weiterhin die arabische Kurzhalslaute (Ud), die Rahmentrommel mit Schellen (Tar und/oder Deff) und eine Bechertrommel Darabukka umfasst. Moderne Ensembels besetzen die einzelnen Instrumente mehrfach und erweitern das Orchester auch mit europäischen Cellos neben der Flöte Nay und der arabischen Kanun-Zither.