



Mechanische Schwingungen
können nach der Art der Energiezufuhr und nach der Form der Schwingungen
unterschieden werden.
Nach der Art der Energiezufuhr
unterscheidet man zwischen freien und erzwungenen Schwingungen. Nach der
Form der Schwingungen differenziert
man zwischen
Freie und erzwungene Schwingungen
Körper, die einmalig aus der Ruhelage ausgelenkt werden und sich
dann selbst überlassen bleiben, führen freie
Schwingungen oder Eigenschwingungen
aus. Solche freien Schwingungen führt zum Beispiel eine Stimmgabel
aus, die einmal angeschlagen wird und dann schwingt. Das gilt auch für
Saiten von Musikinstrumenten, die einmalig angeregt werden. Die Frequenz,
mit der ein solcher sich selbst überlassener Körper schwingt,
hängt nur von seinen Eigenschaften ab und wird als Eigenfrequenz
dieses Schwingers bezeichnet.
Wird dagegen einem schwingenden Körper ständig von außen Energie zugeführt, so führt er erzwungene Schwingungen aus. Das gilt z. B. für ein Kind auf einer Schaukel, das periodisch von außen angestoßen wird. Auch einem Metronom (Bild 1) wird ständig über eine Antriebsfeder Energie zugeführt. Es führt damit erzwungene Schwingungen aus. Eine Maschine kann das Fundament, auf dem sie steht, zu erzwungenen Schwingungen anregen. Und selbst der Wind ist in der Lage, hohe Bauwerke, Bäume oder Brücken zu erzwungenen Schwingungen anzuregen. Erzwungene Schwingungen erfolgen mit der Erregerfrequenz.
Harmonische und nicht harmonische
Schwingungen
Nach der Form der Schwingungen kann man zwischen harmonischen
und nicht harmonischen Schwingungen
unterscheiden.

Harmonische Schwingungen sind dadurch gekennzeichnet, dass man sie mathematisch leicht mithilfe der Sinusfunktion beschreiben kann. Sie werden deshalb auch als sinusförmige Schwingungen bezeichnet. Die Schwingungsgleichung für harmonische Schwingungen lautet:

Ungedämpfte und gedämpfte
Schwingungen
Nach der Form der Schwingungen kann man zwischen ungedämpften und
gedämpften Schwingungen unterscheiden.

Ein sich selbst überlassener Körper führt immer gedämpfte
Schwingungen aus, da stets Reibung
auftritt und durch Reibung ein Teil der mechanischen Energie in thermische
Energie umgewandelt und als Wärme an die Umgebung abgegeben wird.
Soll ein Körper ungedämpfte Schwingungen ausführen, so
muss ihm die Energie, die durch Reibung in thermische Energie umgewandelt
wird, periodisch wieder zugeführt werden. Das geschieht z. B. bei
einem Uhrpendel durch ein "Uhrengewicht" und bei einem Metronom
durch eine Spiralfeder, die von Zeit zu Zeit aufgezogen werden muss.
Bei gedämpften Schwingungen ist zu beachten, dass sich zwar im Laufe
der Zeit die Amplitude verkleinert, die Schwingungszeit und damit auch
die Frequenz dabei aber gleich bleibt.
Beispiele für die Charakterisierung
von Schwingungen
Bild 4 zeigt das y-t-Diagramm für einen
gesungenen Ton, das man mithilfe eines Oszillografen erhält. Es
ist eine erzwungene Schwingung, da den Stimmbändern durch den Luftstrom
aus der Lunge immer wieder Energie zugeführt wird. Die Schwingung
ist harmonisch und ungedämpft.
Um die Funktionstüchtigkeit der Schwingungsdämpfer von PKW zu prüfen, regt man das Fahrzeug zu Schwingungen an und zeichnet diese Schwingungen auf. Am Schwingungsverlauf kann der Fachmann erkennen, ob ein Schwingungsdämpfer erneuert werden muss oder ob er noch voll funktionstüchtig ist. Bild 5 zeigt das y-t-Diagramm, das man bei der Prüfung eines Schwingungsdämpfers erhält. Es liegt in diesem Falle eine erzwungene Schwingung vor. Die Schwingung ist nicht harmonisch und gedämpft.