
Das von einer Lichtquelle
ausgehende Licht breitet sich im leeren Raum geradlinig und allseitig aus,
sofern es nicht durch andere Körper oder die von diesen Körpern
ausgehenden Einflüsse daran gehindert wird.
Auch innerhalb eines Stoffes, der an jeder beliebigen Stelle und in jeder
Richtung die gleichen physikalischen Eigenschaften besitzt, breitet sich
Licht geradlinig aus (Bild 1). Solche Stoffe bezeichnet man als homogene
Stoffe.
Die geradlinige
Lichtausbreitung kann auch nicht durch anderes Licht beeinflusst werden.
Lichtbündel können sich kreuzen oder überlagern, in keinem
Fall werden sie gegenseitig ihre Ausbreitungsrichtung verändern.
Lichtausbreitung bei speziellen Bedingungen
Auch an Grenzschichten von Warm- und Kaltluft breitet sich Licht nicht geradlinig aus. Es kann an solchen Temperaturschichtungen Brechung oder auch Totalreflexion auftreten. Das führt zu Erscheinungen wie Luftspiegelungen (Fata Morgana). Zwei Möglichkeiten sind in Bild 3 dargestellt.
Eine nicht geradlinige Ausbreitung von Licht erfolgt auch dann, wenn es unter einem Winkel ungleich 90° auf eine Grenzfläche zwischen zwei optisch verschiedenen Stoffen fällt. In diesem Falle tritt an der Grenzfläche Brechung auf.
Umkehrbarkeit des Lichtweges
Der Weg des Lichtes ist umkehrbar. Das bedeutet: Wenn Licht von einem
Punkt A (Lichtquelle) zu einem beliebigen Punkt B verläuft, so würde
es, wenn die Lichtquelle in B wäre, den gleichen Weg zum Punkt A
in umgekehrter Richtung durchlaufen. Das Licht kann also einen bestimmten
Ausbreitungsweg immer in beiden Richtungen durchlaufen. Das bezeichnet
man in der Physik als Umkehrbarkeit
des Lichtweges.
Diese Eigenschaft kann man bei Konstruktionsaufgaben zum Strahlenverlauf
in optischen Geräten nutzen. Ist man zunächst nicht in der Lage,
den richtigen Strahlenverlauf vom Gegenstand zum Bild zu konstruieren,
darf man die Aufgabe auch in umgekehrter Richtung angehen: Man versucht
dann, die Aufgabe ausgehend vom Bild oder vom Auffangschirm/Projektionsschirm
des betreffenden Gerätes aus zu lösen.